Archiv für den Monat: April 2014

Haben Sie sich auch auf dem Gewissen?

Sind Sie frei? Wie sind Sie frei? Im Althochdeutschen wurde ‚frei‘ mit ‚einen freien Hals haben‘ umschrieben. Vielleicht ist in diesem Sinne auch ‚ungebunden‘ zu verstehen.
Aber wie soll das gehen – ‚frei und ungebunden‘ – wo jeder Mensch doch in Bedingungen lebt? Ist Freiheit nicht doch eine Illusion? Eine Gaukelei unseres Gehirns? Eine Konstruktion der Philosophie?

Jean Paul Sartre meinte einmal: „Wir sind alle zur Freiheit verurteilt“. Das klingt mühsam.
Sich als freies Wesen zu definieren und sich zu dem zu entwickeln, wer man sein will – diese Vorstellung lässt manche Menschen erschrecken. Die Gefahr, ‚auf ewig unfertig‘ zu sein, das individuelle Soll nie zu erreichen, macht Angst und stimmt unfroh. ‚Wenn ich könnte, wie ich wollte‘,
ja, dann wäre vieles anders. Wenn nur die Bedingungen nicht wären.

Kommen Bedingungen ins Spiel, dann wird es meist schwierig. Dann helfen Hinweise darauf, dass der Mensch doch immer wählen könne, auch nicht mehr weiter. Schafft doch jede Wahl-Freiheit wieder neue Bedingungen – die an sich doch nicht dem entsprechen, was wirklich gewollt ist.

So geht der Weg von der Wahlfreiheit schnurstracks in die Ohnmacht. Aber die Rettung naht – die moderne Hirnforschung sagt uns, dass wir uns da gar keine Sorgen machen müssen. Unser Gehirn regelt das schon alles. Wenn wir uns von der Illusion befreien, dass wir irgendetwas willentlich
tun, sondern zu akzeptieren lernen, dass wir determinierte Wesen sind, die ausführen, was unsere Gehirne vorgeben – ja, dann brauchen wir uns auch ‚keinen Kopf über Bedingungen zu machen‘. Dann gibt es nur eine Bedingung und die heißt ‚Gehirn‘.

Kaum ist diese Rettung formuliert, melden sich ‚Bedenkenträger‘.Der amerikanische Philosoph John R. Searle meint, er wäre über dieser Idee, das Gehirn wäre der Anfang und das Ende aller Freiheit, fast verhungert. Da fragt ihn der Ober im Restaurant, was er bestellen möchte und Searle kann nur mit den Achseln zucken: „Mein Gehirn hat mir noch kein Signal geschickt.“ Streng genommen würde das Gehirn hier den eigenen Untergang vorbereiten, wäre da nicht eine andere Instanz, die noch über dem Verstandesgeist liegt und den ‚mentalen‘ Prozessen voraus geht. Diese Instanz nenne ich mit Viktor E. Frankl das ‚Sinn-Organ‘, das Gewissen.

Das Gewissen ist der [spiritus]-Direktor unseres ‚Gehirngeistes‘, es ist der potenzielle Wegweiser für unsere Gedanken. Und so ist die Freiheit für mich im Kern Gewissensfreiheit. Dieser Freiheit folgen alle anderen ‚Freiheiten in Bedingtheiten‘. Ich habe mich auf dem Gewissen. Es ist das Fundament meiner Freiheit. Bin ich mit meinem Gewissen im Reinen, dann bin ich frei. Ist mein Sinn-Organ intakt, dann bin ich frei. Und so will ich Sartre antworten: Wir sind alle vom Gewissen angerufen, und ich hoffe, die Leitung ist frei.

Wie man sich vor Sinnleere bewahrt …

Sokrates bekam Besuch.

„Höre Sokrates, das muss ich Dir erzählen!“
„Halte ein!“ – 
unterbrach ihn der Weise, „hast Du das, was Du mir sagen willst, schon durch die drei Siebe gesiebt?“
„Welche drei Siebe?“, fragte der Besucher.

„Das erste Sieb ist die Wahrheit. Hast Du alles, was Du mir erzählen willst, geprüft, ob es wahr ist?“ “ Nein, ich hörte es, wie es erzählt wurde und…“

„So, so! Aber sicher hast Du es im zweiten Sieb geprüft. Es ist das Sieb der Güte. Ist das, was Du mir erzählen willst gut?“

Zögernd sagte der andere: „Nein, im Gegenteil…“

„Nun…“, unterbrach ihn der Philosoph, „so lass mich fragen: Ist es notwendig, dass Du mir das erzählst?“
„Notwendig nun gerade nicht…“

Sokrates: „Wenn es weder wahr noch gut noch notwendig ist, so begrabe es und belaste Dich und mich nicht damit.“

Menschenpflichten

„Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren.“ So heißt es in der UN-Menschenrechts-Charta, die vor 60 Jahren unterzeichnet wurde. Rechte alleine reichen aber nicht aus, fanden die Mitglieder des InterAction Council, einem 1983 gegründeten losen Zusammenschluss ehemaliger Staats- und Regierungschefs.

1997 entwickelten die Staatsmänner daher die „Allgemeine Erklärung der Menschenpflichten
Dort heißt es im Artikel 1: „Jede Person, gleich welchen Geschlechts, welcher ethischer Herkunft,
welchen sozialen Status,welcher politischer Überzeugung, welcher Sprache, welchen Alters, welcher Nationalität oder Religion, hat die Pflicht, alle Menschen menschlich zu behandeln.“

In 19 Artikeln wird die Achtung vor dem Leben, die Pflicht zur Gerechtigkeit und Solidarität sowie zu Wahrhaftigkeit und Toleranz entfaltet. Die Erklärung wurde am 1. September 1997 vorgelegt.
Am 2. September 1997 starb Viktor E. Frankl. Er hätte sie sicher unterstützt.

Alle Menschenpflichten finden Sie hier:
http://www.global-ethic-now.de/gen-deu/0c_weltethos-und-politik/0c-pdf/menschenpflichten.pdf

Opfersein oder Verantwortlichsein?

Verantwortlichkeit ist das Wesen menschlicher Existenz. Ex-istere = hervortreten, entstehen – Existenz als Prozess, sich aus dem Käfig des eigenen Ego zu befreien, sich nach außen zu wenden, hervorzutreten, Stellung zu beziehen, sich auf etwas, was man nicht mehr selbst ist, zu beziehen. Auf eine Aufgabe, einen Menschen, auf etwas, das gerade jetzt und gerade von mir zu tun ist.

Lebt der Mensch diese Freiheit zur Existenz nicht, versagt er sich die Verantwortung für die Aufgaben, die ihm sein Leben stellt, dann verfehlt er seine Sinnerfüllung. Die bekannten Folgen: psychische Erkrankungen, das Empfinden der Sinnleere, des – wie Frankl es nannte – existenziellen Vakuums.

Woran erkennen Sie Sinnleere? Einige beobachtbare Haltungen:
Dauernörgeln. Opferhaltung. Jammerei und Klagerei. Schuldigensuche. Flaches Gerede. Selbstverliebtheit. Gerüchteverbreitung. Egofokussierung …. – auf Dauer recht deutliche Zeichen für ein Lebensprovisorium mit erheblichem Krisenanfälligkeitsgrad.

Wer in seinem Umfeld solche Phänomene wahrnimmt, der dürfte damit eine Aufgabe vorliegen haben, mit seinen Möglichkeiten zu einer Veränderung dieser Haltungen beizutragen.

Boreout – die Steigerung von Langeweile

„Wer keinen Stress hat, der macht sich welchen“ – wer das nicht glaubt, der sei an die vielen Mitarbeiter in Unternehmen erinnert, die über das Phänomen ‚Boreout‘ klagen. Über die permanente Unterforderung am Arbeitsplatz.

Eine Studie von Salary.com und AOL zeigt auf, dass ein Drittel von 10 000 befragten Arbeitnehmern erklärte, sie seien bei der Arbeit unterfordert. Sie hätten durchaus mehrere Stunden am Tag, die sie ohne inhaltliche Anreize vergeuden, nicht, weil sie faul seien, sondern weil die Aufgaben sie nicht fordern und Desinteresse erzeugen. Das Fatale: Die Betroffenen sprechen darüber nicht mit ihren Führungskräften und/oder Vorgesetzten – nicht selten, weil es gerade diese sind, die die belanglosen und ermüdenden Themen vergeben. Um nun aber nicht aufzufallen, tun die Boreout-Betroffenen so, als wären sie intensiv beschäftigt, was ihr Umfeld wiederum glauben macht, diese Aufgaben seien so anspruchsvoll, dass man noch mehr von ihnen den Mitarbeitern geben müsse.

Langeweile ist eine Halbschwester der Verzweiflung.

Marie Freifrau von Ebner-Eschenbach

Osnabrücker Persönlichkeitsdiagnostik – die vier psychischen Systeme kompakt erklärt

Der Handlungssteuerungsprozess beruht auf den Ergebnissen der modernen Persönlichkeitsforschung, insbesondere durch Professor Julius Kuhl. Der Prozess stellt den Kreislauf dar, der notwendig ist, damit aus Absichten Taten werden. In der Lösung von Krisensituationen ist dies ein wichtiger Arbeitsschritt, den Krisencoachs oder -therapeuten mit ihren Klienten gehen. Ausgangspunkt das Modell von Julius Kuhl sind die vier Verarbeitungs- und Steuerungssysteme im Gehirn. Sie sind für die Aufnahme und Verarbeitung von Informationen und für das Handeln von zentraler Bedeutung. Sie möchten mehr erfahren – hier gehts zum Film.

Osnabrücker Persönlichkeitsdiagnostik für Motivation und Umsetzung individueller Wertvorstellungen

Interview mit Professor Dr. Julius Kuhl, Deutschlands anerkanntester Persönlichkeitspsychologe und
Entwickler der Persönlichkeits-Systeme-Interaktions-Theorie [PSI-Theorie]

Wer sich ein wenig intensiver mit der Theorie beschäftigen mag und auch die psychologische Sprache nicht scheut, der findet hier einen entsprechenden Beitrag von Professor Kuhl:

http://www.psi-theorie.com/app/download/8361933393/PSI-Theorie-light+Julius+Kuhl.pdf?t=1374760675

Osnabrücker Persönlichkeitsdiagnostik für Therapie und Prävention

Die Therapiebegleitende Osnabrücker Persönlichkeitsdiagnostik ist ein neues Verfahren zur Ermittlung der Ursachen psychischer und neuropsychiatrischer Krankheitsbilder.

Sie ermöglicht eine umfassende Prüfung der sieben Ebenen der Persönlichkeit: Gewohnheitshandeln, Temperament, Emotion, Bewältigung, Motivation, Kognition und Selbststeuerung. Trotz der Analyse zahlreicher Einzelaspekte auf jeder dieser sieben Ebenen bleibt der Zeitaufwand für den Nutzer mit ca. zwei Stunden Dateneingabe am Computer handhabbar.

Das Verfahren vermag aufzuspüren, welche Persönlichkeitsfaktoren als Ursachen einer möglichen psychischen Belastung, Störung oder Erkrankung in Frage kommen können und sichert somit einen effizienteren Zugang für einen profunden therapeutischen Arbeitsprozess. Wir setzen das Verfahren im Rahmen unserer logotherapeutischen Arbeit ein, um unseren Patienten eine umfassende Rückmeldung sowohl über akute Störfelder als auch Anregungen zur Prävention geben zu können. Durch den Einsatz dieses Verfahrens sind wir in der Lage, so wenig Zeit wie möglich für eine Vergangenheitsbetrachtung aufzuwenden und so viel Zeit wie nötig für eine substanzielle Arbeit an der Lösung psychischer Belastungen.

Entwickelt wurde das Verfahren an der Universität Osnabrück unter der Leitung von Prof. Dr. Julius Kuhl. Er verband aktuellste Ergebnisse der Persönlichkeits- und Motivationsforschung mit der von ihm entwickelten integrativen Persönlichkeitstheorie.