Archiv für den Monat: Januar 2015

„Führung im Wandel“ und „Zukunft der Arbeit“ – Einführende These von Peter Kruse

Für Führungskräfte ist es fraglos hilfreich, sich rechtzeitig auf die Veränderungen der eigenen Rolle
einzustellen. Wessen Führungsverständnis den Anforderungen der ‚Geführten‘ dauerhaft nicht entspricht, wird Hindernisse auf dem Weg der Zielerreichung kaum vermeiden können. Und das führt über kurz oder lang zu einer Jobkrise ….

EINE KLEINE GESCHICHTE VOM SINN IM LEBEN

Ein Investmentbanker stand in einem kleinen mexikanischen Fischerdorf am Pier und beobachtete, wie ein kleines Fischerboot mit einem Fischer an Bord anlegte. Er hatte einige riesige Thunfische geladen. Der Banker gratulierte dem Mexikaner zu seinem prächtigen Fang und fragte, wie lange er dazu gebraucht habe.
Der Mexikaner antwortete: „Ein paar Stunden nur. Nicht lange.“ Daraufhin fragte der Banker, warum er denn nicht länger auf See geblieben ist, um noch mehr zu fangen. Der Mexikaner sagte, die Fische, reichen ihm, um seine Familie die nächsten Tage zu versorgen. Der Banker wiederum fragte: „Aber was tun sie denn den Rest des Tages?“
Der mexikanische Fischer erklärte: „Mein Tag schaut so aus. Ich schlafe morgens aus, gehe ein bisschen fischen; spiele mit meinen Kindern, mache mit meiner Frau Maria nach dem Mittagessen eine Siesta, gehe ins Dorf spazieren, trinke dort ein Gläschen Wein und spiele Gitarre mit meinen Freunden.“

Der Banker erklärte: „Ich bin ein Harvard-Absolvent und könnte Ihnen ein bisschen helfen. Sie sollten mehr Zeit mit Fischen verbringen und von dem Erlös ein größeres Boot kaufen. Mit dem Erlös hiervon wiederum könnten sie mehrere Boote kaufen, bis Sie eine ganze Flotte haben. Statt den Fang an einen Händler zu verkaufen, könnten Sie direkt an eine Fischfabrik verkaufen und schließlich eine eigene Fischverarbeitungsfabrik eröffnen. Sie könnten Produktion, Verarbeitung und Vertrieb selbst kontrollieren. Sie könnten dann dieses kleine Fischerdorf verlassen und nach Mexiko City oder Los Angeles und vielleicht sogar New York City umziehen, von wo aus Sie dann Ihr florierendes Unternehmen leiten.“

Der Mexikaner fragte: „Und wie lange wird dies alles dauern?“ Der Banker antwortete: „So etwa 15 bis 20 Jahre.“ Der Mexikaner fragte: „Und was dann?“ Der Banker lachte und sagte: „Dann kommt das Beste. Wenn die Zeit reif ist, könnten sie mit Ihrem Unternehmen an die Börse gehen; Ihre Unternehmensteile verkaufen und sehr reich werden. Sie könnten Millionen verdienen.“
Der Mexikaner fragte: „Millionen. Und dann?“ Der Banker sagte: „Dann könnten Sie aufhören zu arbeiten. Sie könnten in ein kleines Fischerdorf an der Küste ziehen, morgens lange ausschlafen, ein bisschen fischen gehen, mit Ihren Kindern spielen, eine Siesta mit Ihrer Frau machen, in das Dorf spazieren, am Abend ein Gläschen Wein genießen und mit Ihren Freunden Gitarre spielen. Sie hätten dann ein ausgefülltes Leben.“

Führungskräfte sind erlebbar wertebewusste Persönlichkeiten, die mit ihren Mitarbeitern sinnerfüllte Ziele derart souverän erreichen, so dass diese auch weiterhin in Freude mit ihnen und für ihre Kunden arbeiten.

Ralph Schlieper-Damrich

„So ist es unser aller Pflicht, statt Schlimmes vorauszusagen,
uns einzusetzen für jene Dinge, die die Zukunft besser machen können“

Karl R. Popper 

Huggleberry Tim – oder: wie sich die Trotzmacht des Geistes ihren Weg bahnt

Trotz seiner Trisomie-21-Behinderung hat sich Tim Harris seinen Traum verwirklicht. Mit einem besonderen Rezept hat der Mittzwanziger mit Down-Syndrom eindrucksvoll bewiesen, dass ein Mensch niemals zu reduzieren ist auf psychische oder körperliche Fähigkeiten oder Restriktionen, Harris eröffnete sein eigenes Restaurant, hat über dreißig Mitarbeiter, bietet recht gängiges US-Fastfood – und etwas, wonach die Menschen, die zu ihm kommen, sehnen. Das bekommen sie nur bei ihm und von ihm: ‚Hugs‘, Umarmungen. Heute gilt der kleine Laden dank dieser herzlichen Atmosphäre als der wohl freundlichste der Welt.

Dass Tim überhaupt ein selbständiges Leben oder gar in dieser Weise beruflich tätig werden könnte, haben die wenigsten Menschen in seinem Umfeld für möglich gehalten. Neurologen gehen bei Menschen mit Trisomie 21 von einem IQ von durchschnittlich 55 aus, während Menschen ohne diesen Gendefekt zwischen 80 und 120 liegen. Tims Eltern leisteten womöglich für diese besondere Entwicklung einen wesentlichen Beitrag. Sie schraubten ihre Erwartungen an ihn nicht herunter, er ging zur Schule, war im Sport ein As und schloss an der Eastern New Mexico University sein Studium in Service, Büroarbeit und Gastronomie ab. Danach arbeitete er in der Gastronomie, bis er schließlich ‚Tim’s Place‘ eröffnete.

Seinen Slogan „Breakfeast Lunch Hugs“ nimmt Tim sehr genau. Seit der Eröffnung hat Tim laut seinem „Hug-Counter“ fast 20.000 Umarmungen verschenkt. Im Restaurant gibt es sogar einen Umarmungs-Zähler. Auf seinen Erfolg angesprochen, zitiert Tim Walt Disney: „Wenn du es erträumen kannst, kannst du es auch erreichen.“

Die KrisenPraxis wünscht Tim Harris noch viele ihn und seine Gäste erfreuende Umarmungen.