Archiv für den Monat: August 2015

Interessante Selbstgespräche
setzen einen klugen Partner voraus.

Herbert George Wells

Mögliche Symptome nach einer Krise bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen

Bei Kindern und Jugendlichen

  • verstärktes Bindungsverhalten
  • spezifische und generalisierte Ängste
  • Flashbacks
  • Fragen über das traumatische Geschehen oder den Tod
  • irrationale Schuldgefühle
  • Leistungseinbußen
  • regressive Symptome (z.B. Einnässen, Stottern)
  • Sozialer Rückzug
  • Vermeidungsverhalten
  • Gereiztheit und Aggressivität (in der Schule/ zu Hause)
  • Missbrauchs- und Risikoverhalten (bei Jugendlichen)

 nach Hausmann, 2006

Bei Erwachsenen

  • Furcht und Ängste
  • Wiedererleben des traumatischen Ereignisses (Flashback)
  • Erhöhte Erregung/Übererregung (z.B. Schreckhaftigkeit, Nervosität, Ungeduld etc.)
  • Vermeidung von Gegebenheiten, die dem traumatisierenden Geschehen ähneln
  • Gefühle der Wut oder Gereiztheit
  • Gefühle der Schuld und Scham
  • Trauer und Depression
  • Negatives Selbst- und Weltbild
  • Beeinträchtigung in der Partnerschaft
  • Leistungseinbußen

nach BLANK, TAPN-Tübingen, 2002

Psychisches Trauma

Psychisches Trauma ist ein vitales Diskrepanzerlebnis zwischen bedrohlichen Situationsfaktoren und individuellen Bewältigungsmöglichkeiten, das mit Gefühlen von Hilflosigkeit und schutzloser Preisgabe einhergeht und so eine dauerhafte Erschütterung von Selbst- und Weltverständnis bewirkt.

nach Fischer und Riedesser. In Lehrbuch der Psychotraumatologie, 1998

Life2Me® – Bewusstheit in Krisen

Das Kartentool „Life2Me® – Bewusstheit in Krisen“ basiert auf dem von Professor Clare W. Graves entwickelten ‚Graves Value System‘. Eine detaillierte Einführung in dieses System finden Sie in diesem Aufsatz.

  • 15 Karten je Denkhaltung [Bewusstheitsebene] = 105 Karten
  • 3 Gewichtungskarten
  • Spielkartenformat
  • Stabiler Karton [Stärke: 330g]
  • Gewicht: ca. 200 gr.
  • beidseitige Lackierung für lange Haltbarkeit
  • abgerundete Ecken
  • Kunststoff-Stülpverpackung
  • Elegante und gut lesbare Schrift, Schriftfarbe anthrazit
  • Jede Karte mit farbigem ‚Bewusstheits-Index‘
  • HIER KÖNNEN SIE DIE KARTEN KAUFEN

Für das Thema Krisenprävention bietet sich die Arbeit mit unserem Tool an, wenn Sie diese Annahmen akzeptieren:

  • Wir machen einen Unterschied zwischen ‚Bewusstsein’und ‚Bewusstheit‘.
    Unter ‚Bewusstsein‘ verstehen wir die Gesamtmenge aller Sinnesempfindungen, Gedanken und Emotionen, die einem Menschen in einem bestimmten Zeitraum bewusst sind und über die er aus der Erste-Person-Perspektive berichten kann.
    Der Zeithorizont des Bewusstseins kann somit die ferne und nahe Vergangenheit sowie die Gegenwart umfassen. Eine bekannte Methode, mit der die Entwicklung des Bewusstseins [z.B. in Zusammenhang mit der Lösung von Problemen] dokumentiert wird, ist die Tagebucharbeit. Unter ‚Bewusstheit‘ verstehen wir hingegen die individuelle psychische Disposition, die das unmittelbare Wahrnehmen dessen beschreibt, was einen Menschen in eigener Achtsamkeit im Hier und Jetzt bewegt und ihm aktuell gewahr wird, seien es Körperempfindungen, Sinneswahrnehmungen, Gefühle, Fantasien, Denkweisen und Impulse. Der Zeithorizont der Bewusstheit ist somit der aktuelle Moment.
  • Tritt eine Krise ein oder will man sich szenarisch mit einer möglichen Krisensituation auseinandersetzen, dann trifft dieses Ereignis auf die aktuelle psychische Verfassung der betroffenen Person. Die Person geht also mit einer spezifischen Bewusstheit ‚ans Werk‘ und versucht, der Krisensituation mit den Mitteln dieser Bewusstheit Herr zu werden. Das zentrale ‚Mittel‘ der Bewusstheit ist das aktuelle, persönliche ‚Denkschema‘.
    Soll meinen: Eine Situation tritt ein und der Mensch denkt nach einem ihm eigenen Schema darüber nach, wie sich die Situation wohl gestalten lässt. Man kann somit ‚Bewusstheit‘ auch als Produkt aus ‚Thema‘ und ‚Denkschema‘ verstehen.
  • In problemlosen Situationen vermag ein Mensch, ‚Denkschemata‘ zu nutzen, die passend sind für die Gestaltung der jeweiligen Situation. In einer Krise ist das anders – und der Volksmund sagt dann zum Beispiel: „Ich verstehe die Welt nicht mehr“.
    In Krisen verfügt ein Mensch nicht hinreichend über das für diese Situation angemessene Denkschema. Kommen aus diesem Grund keine tragfähigen Lösungen zustande, dann führt dies zu einer weiteren Verschärfung der Situation. Haben zudem dann auch andere, vielleicht sogar sehr vertraute Personen ein ähnliches Denkschema wie die betroffene Person und bespricht sich die betroffene Person mit ihren Vertrauten, dann erschwert dies die Lage zusätzlich, da selbst diese wohlgesinnten Menschen keine besseren Impulse zu geben in der Lage sind [„keiner kann mir wirklich helfen“].
  • Rechtzeitig zu reflektieren, mit welchem Denkschema man wohl eine Krisensituation gestalten würde, ist deshalb ein wichtiger präventiver Schritt. Folgen wir zudem Albert Einstein, der einst sagte: „Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind“, dann haben wir einen sehr brauchbaren Schlüssel in der Hand, der die Tür zu einer belastungsärmeren, geschmeidigeren, stressfreieren Gestaltung von Krisensituationen eröffnet.Ein Beispiel dazu: Weiß ich, dass ich bei Belastungen, die mir andere Menschen bereiten, vorrangig als Denkschema den Einsatz von Kontrolle, Strukturen, Absicherungen, Rechtsmittel und anderen ‚Ordnungen‘ erwäge, dann ist dieses Denkschema unbrauchbar, wenn die Belastung dadurch entstanden ist, dass die anderen Personen Veränderungen eben im Kontext ‚Ordnung‘ vorgenommen haben. Will ein Unternehmen beispielsweise einen Mitarbeiter in einen anderen Unternehmensbereich ‚versetzen‘ [eine Ordnung also verändern], dann ist es wenig erfolgversprechend, wenn der Mitarbeiter seinerseits das Denkschema ‚Ordnung‘ [z.B. durch das Beharren auf arbeitsrechtlichen Vereinbarungen] nutzt, um die entstehende, belastende Problematik zu behandeln.
  • Der Kartensatz ‚Life2Me® – Bewusstheit in Krisen‘ ermöglicht es Ihnen, im Rahmen Ihrer individuellen Krisenprävention auf Situationen zu schauen, die Sie als erhebliche psychische Belastung erleben würden, träten sie ein. Für die sieben, heute zentralen Bewusstheitsebenen, die Graves erforscht hat, haben wir jeweils 15 Aussagen formuliert, die diesen Ebenen jeweils entsprechen. Mit drei Gewichtungskarten können Sie nun entscheiden, inwieweit Sie der jeweiligen Aussage zustimmen würden, träfe ein Ereignis ein, das Sie vorab als potenzielle Krisensituation definiert haben. Aussagen, denen Sie gar nicht zustimmen, legen Sie beiseite, die restlichen zu den Karten mit den Gewichtungsfaktoren. Sind alle Karten zugeordnet, dann ermitteln Sie durch Multiplikation [Anzahl der Karten einer Farbe x Gewichtungsfaktor] die Gesamtstärke der sieben Bewusstheitsebenen im Kontext des Krisenszenarios.

Das gute Gedächtnis ist wie ein Sack, es behält alles.
Das bessere Gedächtnis ist wie ein Sieb, es behält nur, worauf es ankommt.

Hellmut Walters

In eigener Sache

Seit über fünfzehn Jahren biete ich berufliche Qualifizierung, persönliche Weiterentwicklung und sinnzentrierte psychologische Beratung für Fach- und Führungskräfte, Wissenschaftler und Selbständige, die ihr Themenspektrum niveauvoll ausbauen wollen.

Die zentralen Schwerpunkte meiner Angebote liegen dabei in den Themen Werte und Sinn, Führung und Kommunikation, Krise und Konflikt. Das methodische Spektrum reicht von Individualausbildungen, Coaching, Mentoring, Logotherapie und Unternehmenskulturberatung bis zu Seminaren, Klärungsgesprächen und Laufbahnberatungen.

Meine Klienten wollen:

  • in Umbruch- und Wandelsituationen tragfähige Perspektiven entwickeln
  • Ängste abbauen, Muster brechen, ihr Denken von Lasten befreien
  • berufliche Leistungsstärke erhalten und sich präventiv mit möglichen Krisen auseinandersetzen
  • ihre psychische Verfassung mit ihren Stärken und Schwächen analysieren
  • ihr Wertesystem kennenlernen und neuen Sinn im Leben finden
  • Stress abbauen, Frieden schließen, Versöhnung vollziehen
  • ihre Führungsrolle bewusst ausformen
  • schwierige Gespräche führen, schwierige Entscheidungen gewissenhaft treffen

Der Sinnbeitrag meines Unternehmens

Wir leisten einen Beitrag dafür, dass Menschen sich nicht verfehlen.

Die Arbeitsweise

Vertraulich, persönlich, wirkungsvoll, klar, innovativ und umsetzbar.

Des Menschen Sinnwille ist sein Geistreich

„Das war aber geistreich“ – meist werden schlaue und witzige Bemerkungen von Mensch als ‚geistreich‘ angesehen. In der Tat: wenn eine Meinung, eine Ansicht, eine Perspektive in der Lage ist, einen Menschen zu berühren, zu fesseln, zu neuer Handlung anzuregen, dann hat Geistiges die Wirklichkeit bereichert. Geistreiches vermag es, Entscheidungen sinnvoll und nicht nur zweckdienlich werden zu lassen. Geistreiches brauchen wir besonders in existenziellen Entscheidungssituationen.

Eine Entscheidung – auch die, einen anderen Menschen entscheiden zu lassen – ist eine zutiefst persönliche Angelegenheit. Dies gilt es besonders in Krisensituationen zu beachten, wenn einer betroffenen Person Vor- oder Ratschläge unterbreitet werden, über die sie trotz ihrer Belastung entscheiden soll. Einen Menschen zu Entscheidungen zu bewegen, auch wenn man um seine brisante Lage weiß, hat auf diesen durchaus stabilisierende Wirkung, denn gegen den eigenen Willen entscheidet ohnehin kein Mensch [außer zum Beispiel bei Einflüssen durch Drogen]. Eine hilfreiche Unterstützung besteht für grundsätzlich entscheidungsfähige Menschen darin, dass ihnen eine Überprüfung ihrer Entscheidung dahingehend angeboten wird, die mit ihr verbundenen Sinnmöglichkeiten aufzuspüren. Zeigen sich in einer Entscheidung potenzielle Sinnwidrigkeiten, so gilt es, diese mit der Person auseinanderzulegen.

Wer sich entscheidet, wählt einen Weg und wählt gleichzeitig viele andere ab. Dem Entscheid steht daher der Verzicht zur Seite und auch für ihn ist der sich entscheidende Mensch verantwortlich.
Verantwortlicher Verzicht, der vollzogen wird, um sich über ihn einer wertvollen Aufgabe oder geliebten Person hinzugeben, ist geistreicher Verzicht.

„Das Gewissen gleicht einem Souffleur, der einem ‚eingibt’, in welcher Richtung wir uns zu bewegen haben, um an die Sinnmöglichkeit heranzukommen, deren Verwirklichung eine gegebene Situation uns abverlangt“.

Viktor Frankl

Erinnerung an den Sinn im Leben

Ein Mann klopft um 7.30 Uhr an die Zimmertür seines Sohnes und ruft: „Helmut, wach auf!“ Helmut ruft zurück: „Ich mag nicht aufstehen, Papa.“ Worauf der Vater noch lauter: „Steh auf Helmut, du musst in die Schule.“ „Aber ich will nicht zur Schule gehen“, brüllt Helmut zurück. „Warum denn nicht?“, fragt der Vater. „Aus drei Gründen“, sagt Helmut. „Erstens ist es so langweilig, zweitens ärgern mich die Kinder, und drittens kann ich die Schule nicht ausstehen.“ Der Vater erwidert: „So, dann sag’ ich dir drei Gründe, wieso du in die Schule musst: Erstens ist es deine Pflicht; zweitens bist du 45 Jahre alt, und drittens bist du der Klassenlehrer“.

nach: Anthony de Mello.
Der springende Punkt.