Archiv für den Monat: Oktober 2018

Die Aufgabe der Umgebung ist nicht,
das Kind zu formen, sondern ihm zu erlauben,
sich zu offenbaren.

Maria Montessori

Die Krisen großer Musiker – heute: Frédéric Chopin

Frédéric Chopin (1810-1849) ,in Żelazowa Wola geboren, schrieb mit 20 Jahren: ‚Ich denke, dass ich abreise, um zu sterben.‘

1830 verlässt Chopin seine Heimat in Polen und reist nach Paris und 1838 nach der Heirat mit George Sand nach Mallorca. Schon 1835 litt er unter Husten, später dann unter einer Lungenentzündung und Tuberkulose. Die Zeit auf Mallorca – so findet es sich in seiner Biografie – muss permanent von seiner Krankheit geprägt worden sein. Nicht ohne Ironie schreibt er in dieser Zeit: ‚Die drei berühmtesten Ärzte der ganzen Insel haben mich untersucht; der eine beschnupperte, was ich ausspuckte, der zweite klopfte dort, von wo ich spuckte, der dritte befühlte und horchte, wie ich spuckte. Der eine sagte, ich sei krepiert, der zweite meinte – dass ich krepiere, der dritte – dass ich krepieren werde.‘

1839 geht es für Chopin zurück nach Paris, seine Lunge ist chronisch entzündet, er nimmt Opiumtropfen zur Schmerzlinderung. Ab 1843 ist er oft bettlägrig. 1847 wird die Ehe geschieden. 1849 stirbt Chopin durch Lungen- und Herzschwäche sowie an Morphinsucht und Abmagerung.

 

Ein guter Rat ist wie Schnee.
Je sanfter er fällt, desto länger bleibt er liegen
und um so tiefer dringt er ein.

Simone Signoret

Die Krisen großer Musiker – heute: Robert Schumann

Robert Schumann (1810-1856), in Zwickau geboren, schreibt mir 19 Jahren den Vers: „Mir träumte, ich wäre im Rhein ertrunken“. Ob er wohl ahnte, wie sein Leben enden würde? Schaut man auf die Krankheitsgeschichte des großen Romantikers, so wird diese zeitlich begonnen  als seine Schwester mit fast 30 Jahren sich suizidiert. Schumann, 22 Jahre alt, bekommt eine rechtsseitige Fingerlähmung, was seine Karriere am Klavier beeendet.

Als Komponist entwarf er fortan eine Vielzahl konzertanter Werke, Stücke für Orchester und Kammer und eine Oper.

1840 wurde ihm die Ehrendoktorwürde zum Dr.phil. der Philosophischen Fakultät der Universität Jena verliehen. 1844 dann ein Jahr im Zustand völliger nervöser Erschöpfung mit Phänomen, die heute mit Tinnitus bezeichnet würden, 1849 wird berichtet, dass Schumann immer schweigsamer wird, seine Aussprache schwerfällig anmutet und er über akustische Halluzinationen berichtete. Trotz der ‚Engelsstimmen mit choralartigem Thema‘, die er wahrnahm, komponiert er sein Werk: Variationen über ein Thema in Es-Dur („Geistervariationen“).

1854 unternimmt Robert Schumann einen Suizidversuch und stürzt sich von der Alten Rheinbrücke in Bonn. Er wird gerettet und in die Nervenheilanstalt Bonn-Endenich verbracht, wo er 1856 stirbt.

Zum Lobe der Krisen läßt sich nun vor allem sagen: die Leidenschaft ist die
Mutter großer Dinge, d.h. die wirkliche Leidenschaft, die etwas Neues und nicht nur
das Umstürzen des Alten will. Ungeahnte Kräfte werden in den einzelnen und in den
Massen wach, und auch der Himmel hat einen andern Ton. Was etwas ist, kann sich
geltend machen, weil die Schranken zu Boden gerannt sind oder eben werden.

Jacob Christoph Burkhardt
Schweizer Humanist

Populismus, oder: ein Leben wider kritische Vernunft

Populisten zeichnet aus, dass sie von einem homogenen Volk, einem einheitlichen Volkswillen ausgehen, den sie ausspielen gegen einen ebenso homogenen Willen einer fiktiven, politischen, wirtschaftlichen Elite.

Robert Vehrkamp
Bertelsmann Stiftung

HIER GEHT ES ZUR AKTUELLEN STUDIE „POPULISMUSBAROMETER 2018“

Manchmal beginnt ein neuer Weg nicht damit, Neues zu entdecken,
sondern damit, Altbekanntes mit ganz anderen Augen zu sehen.

Unbekannt

Die Geschichte des Humors im Beruf des Arztes

  • Der österreichische Psychologe Viktor E. Frankl überlebte die Zeit in KZ, ist Begründer der Logotherapie und des ‚therapeutischen Humors‘ und dessen, was heute unter „Resilienz“ verstanden wird.
  • Hunter Doherty „Patch“ Adams, bekannt durch den Kinofilm „Patch Adams“ mit Robin Williams in der Hauptrolle, war eher ein Aktivist als ein Clown und ist bis heute weltweit aktiv – in Flüchtlingslagern, mit Straßentheater und Vorträgen.
  • Michael Christensen war der erste echte Klinikclown. Er startete als „Dr. Stubbs“ in einem weißen Kittel und mit einem Gummihuhn die ersten „Clownsvisiten“ für Kinder in Krankenhäusern.
  • Der amerikanische Sozialarbeiter Frank Farelly entwickelte mit der deutschen Psychologin Eleonore Höfner die „Provokative Therapie“ und setzte den Humor in den Mittelpunkt therapeutischer Arbeit.
  • 2012 gründete der damalige Medizinstudent, nun Dr. med. Christoph Krause, zusammen mit dem Deutschen Institut für Humor die Initiative „Arzt mit Humor“, die humorvolle und wirkungsvolle Kommunikation im Patientenkontakt fördert, unter anderem durch Seminare, die sich speziell an Medizinstudierende richten.
  • 2017 hat die medizinische Fakultät in Münster um Dr. med. Bernhard Marschall gemeinsam mit Dr. med. Eckart von Hirschhausen und dessen Stiftung „Humor hilft heilen“ sowie dem Deutschen Institut für Humor erstmalig ein Humortraining fest in das Curriculum für Medizinstudierende integriert.

    Lachen hilft. Auch über sich.

Der Witz, wonach ein Mädchen im Bus stöhnt: „Entsetzlich, dieses Gedränge“, und ihr Begleiter antwortet: „Komisch, gestern Abend in der Disko nanntest du das noch Atmosphäre“, enthält ein Körnchen Weisheit. Die innere Einstellung hat Macht über Wohlbefinden und Unglücklichsein.

Elisabeth Lukas