Schlagwort-Archiv: Prävention

Soma und Seele

Von Rudolf Virchow, dem berühmten Arzt der Berliner Charité, ist der Hinweis überliefert, er habe im Laufe seines Lebens an die tausend Leichen seziert, aber nie eine Seele gefunden. Wie er wohl nach ihr gesucht haben mag? Ob er überhaupt an sie glaubte? Mag sein, dass er als naturwissenschaftlich wie sozial ausgerichteter Mediziner auf andere Aspekte des menschlichen Lebens ausgerichtet war.

Virchow gilt auch als ‚Erfinder‘ des Begriffes ‚Kunstfehler‘, der einen „Verstoß gegen die anerkannten Regeln der Heilkunst infolge eines Mangels an gehöriger Aufmerksamkeit oder Vorsicht“ zum Ausdruck bringt. Nicht zu erkennen, dass es eine Wechselwirkung zwischen Soma und Psyche gibt [Frankl spricht vom psychophysischen Parallelismus], die – einfach ausgedrückt – besagt, dass körperliche Beschwerden unmittelbare Wirkung auch auf psychischer Ebene zeigen und umgekehrt, müsste wohl als ärztlicher wie therapeutischer Kunstfheler angesehen werden.

Viele Krankheiten lassen sich nicht auf bloße körperliche Dysfunktionen zurückführen, sie haben oft seelische Ursachen. In der psychotherapeutischen Begleitung von Menschen sehen wir täglich, wie das unsichtbare Seelische auf die körperliche Konstitution Einfluss nimmt. Wir sehen es an der Körperhaltung, der Stimme, dem Gang, dem Gesichtsausdruck. Der psychosomatisch qualifizierte Arzt auch an organischen Symptomen, am Blutbild, an Krankheitsverläufen. Umgekehrt bedeutet dies für uns als Krisenpräventologen: Wenn Menschen sich mit möglichen Krisen präventiv befassen, dann bewahren sie sich einen Grundschutz ihrer Seele und werden weniger krankheitsanfällig, wenn eine brisante Situation wirklich eintritt. Ein wenig Prävention sollte sich daher jeder Mensch wert sein.

Kartentool „Life2Me® – Bewusstheit in Krisen“

http://www.life2me.de/bewusstheit [Webseite mit ergänzenden Hinweisen]

Der Kartensatz ‚Life2Me® – Bewusstheit in Krisen‘ ermöglicht es Ihnen, im Rahmen Ihrer individuellen Krisenprävention auf Situationen zu schauen, die Sie als erhebliche psychische Belastung erleben würden, träten sie ein. Konzeptionell basieren die Karten auf dem von Professor Clare W. Graves entwickelten ‚Graves Value System‘.

Kartentool - KrisenPraxis

Kosten: € 45 netto zzgl. Versandkosten
Bestellung über: http://shop.perspektivenwechsel.de/

Aus der TherapiePraxis I

“Die erste und vorrangige Aufgabe von Führungskräften ist es, sich um ihre eigene Energie zu kümmern und dann zu helfen, die Energie anderer nutzbar zu machen.”
Peter Drucker

Aus der Therapiepraxis:
Viele Führungskräfte betreiben ‚overloading‘ in Form von Aktivitäten, die ihre eigenen Ressourcen zu lange übersteigen und/oder ‚multiloading‘, also zu viele verschiedenartige Aktivitäten, die zu einem Mangel an Fokus führen und/oder ‚perpetual loading‘, also zuwenig Augenmerk auf die persönliche Regeneration.  

Es hilft, diese drei „loads“ einmal aufzuschreiben. Man nehme drei Blätter Papier, lege sie nebeneinander und los gehts. Auch als Paarübung gut geeignet oder auch für Eltern, die ihre vom Leistungsdruck in der Schule erschöpften Kinder durch eine gemeinsame Situationsanalyse unterstützen wollen.

 

 

Krisenprävention – oft hilfreich, selten konsequent vollzogen

Während wir in unserer Coaching- und unserer Therapiepraxis oft mit berufstätigen Menschen arbeiten, die mit einem hohen Maß an Hilflosigkeit die Beratung durch uns suchen, findet sich die Klientel mit aufgeschlossener Neugier, einer auf die eigene Person gerichteten Weitsicht und einem Interesse an zukünftig erwartbaren oder nicht auszuschließenden Belastungs-Szenarien noch eher selten im Krisenpräventionscoaching ein.

Es scheint bisher nicht so recht gelungen zu sein, Menschen neben dem Angebot an medizinischer Vorsorge für ihren Körper – wenngleich ja auch diese von den Institutionen des Gesundheitswesens noch als unzureichend genutzt beklagt werden – auch eine vorausschauende Arbeit an Themen nahezulegen, deren Einfluss auf Psyche und in der Folge auch Physis gravierend sein können.

Die Gründe für diese Zurückhaltung sind vielfältig – meist hören wir hierzu, dass es ja nicht wirklich vergnüglich sei, sich mit Lebensthemen zu befassen, die unangenehm anzuschauen wären und zudem vielleicht nie Realität werden. Führen wir dann an, dass dies ebenso zum Beispiel für die Krebsvorsorge gilt, ernten wir zwar regelmäßig Nachdenklichkeit, dennoch scheint der aktuell geringe Leidensdruck oder das erforderliche finanzielle Engagement oder die Zurückhaltung von Unternehmen, in präventives Krisencoaching zu investieren, ein tieferes Sich-Befassen noch zu erschweren. Da der Coachingmarkt zudem erst seit wenigen Jahren beginnt, sich deutlicher zu differenzieren und bei weitem nicht alle Coachs in der Lage sind, qua Ausbildung eine hinreichende Kenntnis über die Arbeit mit Krisenbelasteten vorzuhalten, mag es auch sein, dass Business-Coachs noch nicht mit Krisen- und Präventionsexpertise explizit in Verbindung gebracht werden. Aufklärungsarbeit im Kontext individuellen ‚Krisenmanagements’ tut offenkundig Not. Die KrisenPraxis wird hierzu eine Menge an Beiträgen einbringen.