Krisenmuster 2: Streiten und anklagen

Bei diesem ‚Krisenprofil’ neigt die Person dazu, die eingetretene massive Belastung noch weiter zu eskalieren. Rachevolle Rosenkriege werden geführt, eine Phalanx von Beratern oder Anwälten wird aufgebaut, die Fähigkeit zur Selbstberuhigung und -distanzierung ist nicht erlebbar. Wollen vertraute Personen den ‚eigenen Anteil am Krisengeschehen’ ansprechen, erfahren sie hierfür Ablehnung und Abweisung bis hin zur Trennung. Führt dies nicht zum Erfolg, kann der ‚Kriseneskalierer’ radikal umschwenken in eine fulminante Selbstanklage und Selbstlieblosigkeit. Im Krisencoaching gilt es, die Vertrauensresistenz, Handlungsschnelligkeit und Offensivkraft durch eine erfahrungsgrundierte und wertebasierte Unterstützung mit deutlicher Grenzziehung zu steuern. Dem Klienten ist konsequent darzulegen, dass die Situation unter den gegebenen Rahmenbedingungen unmöglich positiv zu beenden ist. Das Coaching ist mit klaren Vereinbarungen und eng getakteten Sequenzen zu gestalten, ohne dabei den Klienten zu demütigen oder ihn mit Moralvorstellungen des Coachs zu lenken. Anzuerkennen ist, dass die Haltung ‚Nur dem Mutigen gehört die Welt’ den Klienten vor Tatenlosigkeit bewahrt. Sie sollte als Ressource für die Momente im Coaching ‚geparkt’ werden, in denen es zum Beispiel um die zügige Umsetzung umfassend reflektierter Entscheidungen geht.