Krisenprävention – oft hilfreich, selten konsequent vollzogen

Während wir in unserer Coaching- und unserer Therapiepraxis oft mit berufstätigen Menschen arbeiten, die mit einem hohen Maß an Hilflosigkeit die Beratung durch uns suchen, findet sich die Klientel mit aufgeschlossener Neugier, einer auf die eigene Person gerichteten Weitsicht und einem Interesse an zukünftig erwartbaren oder nicht auszuschließenden Belastungs-Szenarien noch eher selten im Krisenpräventionscoaching ein.

Es scheint bisher nicht so recht gelungen zu sein, Menschen neben dem Angebot an medizinischer Vorsorge für ihren Körper – wenngleich ja auch diese von den Institutionen des Gesundheitswesens noch als unzureichend genutzt beklagt werden – auch eine vorausschauende Arbeit an Themen nahezulegen, deren Einfluss auf Psyche und in der Folge auch Physis gravierend sein können.

Die Gründe für diese Zurückhaltung sind vielfältig – meist hören wir hierzu, dass es ja nicht wirklich vergnüglich sei, sich mit Lebensthemen zu befassen, die unangenehm anzuschauen wären und zudem vielleicht nie Realität werden. Führen wir dann an, dass dies ebenso zum Beispiel für die Krebsvorsorge gilt, ernten wir zwar regelmäßig Nachdenklichkeit, dennoch scheint der aktuell geringe Leidensdruck oder das erforderliche finanzielle Engagement oder die Zurückhaltung von Unternehmen, in präventives Krisencoaching zu investieren, ein tieferes Sich-Befassen noch zu erschweren. Da der Coachingmarkt zudem erst seit wenigen Jahren beginnt, sich deutlicher zu differenzieren und bei weitem nicht alle Coachs in der Lage sind, qua Ausbildung eine hinreichende Kenntnis über die Arbeit mit Krisenbelasteten vorzuhalten, mag es auch sein, dass Business-Coachs noch nicht mit Krisen- und Präventionsexpertise explizit in Verbindung gebracht werden. Aufklärungsarbeit im Kontext individuellen ‚Krisenmanagements’ tut offenkundig Not. Die KrisenPraxis wird hierzu eine Menge an Beiträgen einbringen.