Gehirngeist und das Geistige

Frankl betrachtet die Person als ‚unteilbar‘ in ihrer körperlichen, ihrer psychischen und ihrer geistigen Dimension. Diese drei Dimensionen sind ihrerseits auch nicht verschmelzbar, alle drei machen in ihrer Ganzheit die Person aus.

In der Sinntheorie Frankls nimmt dabei die geistige Dimension eine einzigartige Stellung ein, denn sie darf nicht verwechselt werden mit dem, was im Gehirn als ‚Denkprozess‘, ‚Kognition‘ oder ‚Verstandesleistung‘ messbar ist.

‚Kognition‘ und ‚Emotion‘ sind die beiden Grundpfeiler der psychischen Dimension. Der Mensch denkt und fühlt und zusammen mit seiner Körperlichkeit steht er auf einer Stufe mit dem Tier. Mit seiner geistigen Dimension jedoch vermag er sich seinem Psychischen und Physischen entgegenzustellen: jederzeit, dynamisch und ‚höchstpersönlich‘.

Metaphorisch können wir das Geistige ansehen als die Antenne, mit der der Mensch die Fragen empfängt, die sein Leben ihm stellt und auf die er zu antworten hat. Diese ‚Geistes-Antenne‘ ist per se gesund, auch und gerade dann, wenn der Körper oder die Psyche eine Erkrankung haben. Das, was sich in Form von Lebensfragen dem Menschen stellt, nennen wir Sinn. Wie gesagt, es sind die Fragen, die das Leben stellt. Nicht die Fragen, die der Mensch seinem Leben stellt und die ihre Heimat im ‚Gehirngeist‘ haben [ein Beispiel für diesen Unterschied finden Sie in Form eines Coaching-Praixsbeitrags in der KrisenPraxis, wenn Sie im Suchfeld ‚Gehirngeist‘ eintragen].

Stellt das Leben eine Frage und nimmt die Geistes-Antenne diesen ‚Sinn-Anruf‘ entgegen, so wird sein Inhalt im ‚Sinn-Organ‘ verarbeitet, und dieses ‚Organ‘ ist das menschliche Gewissen [Frankl]. Mit einem Gewissensentscheid kann der Mensch dem trotzen, was ihm sonst Körper oder Psyche zu tun empfehlen und was gut mit dem Begriff ‚Abwehrmechanismus‘ beschrieben wird. Eine volkstümliche Beschreibung ist der berühmte ‚innere Schweinehund‘, gegen den sich das Geistige des Menschen stellen kann.

Sie interessieren sich für die geistige Dimension? Bitte suchen Sie mit dem Stichwort ‚Trotzmacht‘ nach weiteren Impulsen in der KrisenPraxis.