Trotzmacht des Geistes

Gibt es so etwas wie eine Willenschwäche oder eine Willensstärke?, fragt Viktor Frankl in einem seiner Rundfunkvorträge. Oder ist das Reden davon im Kern nur eine Ausrede?

Frankl dazu: „Nun, man pflegt zu sagen: wo ein Wille ist, dort ist auch ein Weg. Ich aber möchte diesen Satz variieren und behaupte: wo ein Ziel – dort ist auch ein Wille. Mit anderen Worten: wer ein Ziel klar ins Auge gefasst hat und wem es auch ehrlich darum gelegen ist, an dieses Ziel zu gelangen, der wird sich niemals darüber zu beklagen haben, dass es ihm an Willenskraft mangelt.“

Und er fügt hinzu: Ob die These von der Freiheit des Menschen richtig ist, lässt sich nicht in der Theorie allein beurteilen, sondern sie muss in erster Linie in der Praxis getestet werden, „im Handeln hier und jetzt“.