Archiv für den Monat: April 2014

Krisenmotor ‚Langeweile‘

„Der gelangweilte Mensch, der nicht Positives erleben kann, hat dennoch eine Möglichkeit, Intensität zu erleben, indem er zerstörerisch wird.“

Was hier Erich Fromm als Phänomen zur Begründung von Zerstörung heranzieht – wir können diesen Begriff sicher weiterfassen und auch Gewalt ergänzen oder den Versuch, Kinder und Jugendliche durch anonyme Internetangebote zu schädigen. Oder destruktive Beziehungsgestaltungen wie Mobbing, Bossing, Staffing u.a. Oder die leidigen Versuche, Menschen mit Heilsversprechungen zu ködern [wie wir sie zum Beispiel von betrügerischen Schneeballkonzepten kennen]. Oder womöglich sogar die Formen des Mitläufer-Terrorismus. All das, was Fromm heute nennen würde, wird bei Frankl pointiert in Begriffen wie ‚provisorische Daseinshaltung‘, ‚fatalistische Lebenseinstellung‘, ‚kollektivistisches Denken‘ oder ‚Fanatismus‘.

Mit klarer Meinung stellt sich Frankl vor Zeitgenossen, die unter freiwilligem Verzicht auf die ihnen gegebene Freiheit bei gleichzeitiger Verneinung ihrer geistigen Mündigkeit ihre erlebten Sinnlosigkeitsgefühle zum Schaden anderer ausleben. Menschen mit dieser Haltung verstehen ihr Dasein als Provisorium, wertlos, nicht selbstverantwortlich gestaltbar. Ohne Hoffnung und konstruktiven ‚Lebensbiss‘ verfallen sie dem Erstbesten, der ihnen vorgaukelt zu wissen, was gut für sie ist, was sie brauchen, um einen Zipfel vom Glück zu erhaschen. Einmal in diese Lebensfalle gegangen, geben sie sich komplett ab, werden von ihren ‚Wirts-Tieren‘ in Besitz genommen, seelisch ausgeweidet und geben dabei das meiste preis, ohne dabei jedoch das Wesentliche verlieren zu können: die potenzielle Wiederbesinnung auf ihre eigenen Werte und deren gewissenhafte Verwirklichung. Diese Verantwortung werden sie nicht los, so sehr sie es vielleicht auch versuchen.

Im kleinen und vermutlich von jedem Menschen bei wachem Blick in seinem Umfeld zu beobachtenden Maß, sehen wir Menschen, die sich eingerichtet haben in einem Leben, in dem sie versuchen, sich ‚ihre Zeit totzuschlagen‘. Die sich vergeuden in ihrer Ziellosigkeit und sich dafür ihrer Passivität und ihrer Ausrichtung auf basale Bedürfnisbefriedigung hingeben. Die darauf warten, dass sich die Lage um sie herum zu ihrem Wohl verbessert, nicht erkennend, dass sie mit dieser Haltung ihre eigenen Zukunftsängste selbst nur noch vergrößern – eben, weil die Grenzen der ‚Wohlfahrt‘ immer enger werden, die Sensibilität für wahre Bedürftigkeit in der Gesellschaft stark gestiegen ist, die ausbeutbaren Quellen immer schneller versiegen und letztlich die Strategie nicht mehr aufgeht, ‚auf Kosten von‘ dahinzuvegetieren. Und selbst der verzweifelte Versuch, in schlauen Ratgeberbüchern das ‚Rezept für Sinn‘ zu finden, scheitert. Irgendwann – hoffentlich – erkennt der durch Sinnleere gezeichnete und gelangweilte Mensch, dass am Ende nur seine eigene Verantwortung steht, in seiner Freiheit ‚für etwas‘ zu sein.

 

Freiheit und Verantwortung.

„Wir wollen eine Gesellschaft, die mehr Freiheit bietet und mehr Mitverantwortung fordert.“  In der Regierungserklärung von Willi Brandt aus dem Jahr 1969 werden die Eckpfeiler der Sinntheorie Frankls hörbar: Freiheit und Verantwortung. Und auch Joachim Gauck wünscht sich, „dass sich unsere Gesellschaft tolerant, wertbewusst und vor allen Dingen in Liebe zur Freiheit entwickelt und nicht vergisst, dass die Freiheit der Erwachsenen Verantwortung heißt.“ Fast als hätte ihm Frankl die Worte in den Mund gelegt, konstatiert er weiter „dieses merkwürdige Unvermögen, aktiv zu werden, wenn aus der Sehnsucht nach Freiheit die Gestaltung von Freiheit wird, wenn wir Freiheit von etwas schon erleben durften, aber Freiheit zu etwas noch nicht können.“

Frankl darf wohl als der forderndste unter den Psychiatern und Psychotherapeuten angesehen werden, wenn er den Menschen nicht ‚ausbüxen‘ lässt aus seiner Verantwortung – bei aller ihm gegebenen Freiheit. Für ihn ist klar, dass jeder Mensch die Verantwortung für sein Leben hat und ein Patient die Mitverantwortung für die Verbesserung seiner Lage. „Wer verlangt denn heute schon etwas von sich, gar eine Leistung? Und fühlt sich heute nicht jeder überfordert? Jammert heute nicht jeder über den Stress?“ gibt er bereits vor einigen Jahrzehnten zu bedenken.Und Gauck ergänzt diese Meinung mit seinem Plädoyer: „Zu üben ist die Bereitschaft, Ja zu sagen zu den vorfindlichen Möglichkeiten der Gestaltung und Mitgestaltung. Wenn wir uns derart zu der in uns wohnenden Fähigkeit und der uns umgebenden Wirklichkeit verhalten, dürfen wir dies als Verantwortung bezeichnen. Unsere Fähigkeit zur Verantwortung gehört zum Grundbestand des Humanum. Wir verlieren uns selbst, wenn wir diesem Prinzip nicht zu folgen vermögen.“

Phasen in der Krisenintervention

Nach Heim [Heim E.: Der Bewältigungsprozeß in Krise und Krisenintervention, in: Schnyder U., Sauvant J.D.: Krisenintervention in der Psychiatrie, Bern: Huber, 1993] sind diese Phasen im Rahmen einer Krisenintervention zu beachten:

I. Aufbauen einer therapeutischen Beziehung
– Krise anerkennen
– der Person die Gestaltung des Beratungsprozesses erklären

II. Problemanalyse
– Situation: Eine objektive Beschreibung des Krisenhintergrunds und des -auslösers
– Subjektive Interpretation des Betroffenen
– Bewältigungsoptionen herausarbeiten [bezüglich günstiger Verhaltensweisen und Ressourcen]

III. Problemdefinition
– Problem klar und verständlich formulieren
– Ungeeignete vs. geeignete Bewältigungsstrategien aufzeigen
– Absehbar erreichbare Ziele formulieren
– Ermutigung zu neuem Bewältigungsversuch

IV. Ziel-Definition

V. Problem bearbeiten – Bewältigungsweise modifizieren
– Problem-Definition dazu – wenn nötig – wiederholen
– Bisherige Bewältigungsstrategie – wenn nötig – wiederholen
– Aktives Umsetzen der neuen Bewältigungsstrategie in die Realität unterstützen
– Soziales Umfeld einbeziehen
– Vorausschauendes Planen in Bezug auf spätere mögliche Krisen

VI. Re-Evaluation bei neuer Krise
– Durchstandene Krise besprechen
– Neue Problem- und Ziel-Definition
– Vorausschauendes Planen

 

Sinnorientierte, die Gewissensbildung unterstützende Erwachsenenbildung [Logoandragogik] – [3]

Kritische Lebensereignisse im Form von Veränderungen des Lebensstils, der Bezugsgruppe, der Infra­gestellung des Sinns im Leben und auch weltanschauliche Suchbewegungen werfen die Frage auf, welchen Beitrag die Erwachsenenbildung zur produktiven und progressiven Verarbeitung kritischer Lebensereignisse leisten kann.

Für den Erziehungswissenschaftler Horst Siebert gehört dies zu den wichtigsten Fragestellungen der Erwachsenenbildungsforschung überhaupt. Sie wird in der konkreten Begleitung von Krisenbetroffenen bedeutsam, gilt doch, „dass Menschen, die ihre Lebens­probleme thematisieren, kein Wissen für nachweisbare Qualifikationen aufbauen wollen, sondern in ihrer Lebenssituation ratlos sind und an ihre Lebenserfahrungen, an problemlösende Anstrengungen und schon vorhandene Wissensbestände anknüpfen wollen.“ Eine solches Angebot der Erwachsenenbildung muss demnach bedachtsam formuliert werden, nicht zuletzt, um nicht womöglich „alltägliche Probleme und ‚normale‘ Krisenzeiten zu pathologisieren, dort wo die Anregung zum Durcharbeiten, zum Umdeuten und zu Weitsicht mit der Kompetenz der alltäglichen Helfer ausreichen würde“.

Soll also krisenpädagogisch geprägte Beratung [oder Therapie, oder Coaching, …] nicht aus ‚gut gemeinten‘ Beweggründen zu einer subtilen Form der Entmündigung des Menschen führen,

  • sei es, dass der Berater versucht, sein Lebensmodell oder das anderer Menschen dem Klien­ten als Beweis gelungener Entwicklung vorzuhalten oder sei es,
  • dass er im kreativen Fluss seiner eigenen Vorstellungen dem Klienten einen Möglichkeits­raum suggeriert, dessen Attraktivität den Klienten zwar berührt, dessen Unerreichbarkeit ihn aber aufgrund seiner empfundenen, ihn begrenzenden Bedingungen zusätzlich destabilisiert,
  • sei es, dass das Set an Normen, Werten, Weltanschauungen und Bedeutungen, das der Klient kultu­rell und sozial erworben hat, durch den Berater als krisenursächlich interpretiert wird, ohne dass dieser die damit verbundenen Loyalitäten berücksichtigt,

dann gilt es, eine Didaktik zu pflegen, durch die vermieden wird, dass der Berater in eine Stellvertre­tung des Denkens, Deutens oder gar Handelns gerät. [wird fortgesetzt]

 

Krisenverarbeitungsmodell als Baustein zielgerichteter Krisenprävention.

Das an den vergangenen Tagen vorgestellte Krisenverarbeitungsmodell, das von Schuchardt als dynamischer und komplexer Lernprozess verstanden wird, integriert umfassend alle relevanten Aspekte eines Verlaufsprozesses menschlicher Krisen. Wenngleich zuvorderst als intrapsychischer
Prozess verstanden, betont Schuchardt, dass Krisenverarbeitung zum einen als Ergebnis handlungsorientierter Interaktion stets systemisch zu betrachten sei. Zum anderen könne aufgrund der überzufälligen Vergleichbarkeit der von ihr analysierten, biografiegestützten Krisenverarbeitungs-prozesse die Begleitung eines Krisenbetroffenen in Form erforderlicher Kriseninterventionen als ‚institutionalisierbar’ angesehen werden.

Mit anderen Worten: Schuchardt sieht anhand ihrer Forschungsergebnisse, dass Krisen-bewältigungsverläufe zwar in ihren einzelnen Schritten nicht ‚regelhaft’ verlaufen, jedoch im Ganzen betrachtet einen hohen Grad an Vorhersehbarkeit aufweisen. Das Wissen um diese Abläufe kann somit als grundlegend für die Konzeption krisenpräventiver Angebote angesehen werden – hier insbesondere aus dem Blickwinkel, dass ein positiver Krisenverlauf sich dadurch kennzeichnet, dass der Betroffene wieder in eine Handlungsorientierung gelangt, seine psychischen Reaktionen wie Wut, Angst oder Trauer ablegt und, sich seiner Werte bewusst, auf den Prozess neuer Sinnfindung einschwenkt.

Und nun können Sie über Erika Schuchardt mehr erfahren. Das folgende Interview entstand nach der Veröffentlichung ihres Buches: Warum gerade ich?

Das Symbol der Krisenspirale wird in Schuchardts Konzept bewusst eingesetzt. Die Möglichkeit, sich auch in schwierigsten Lebenslagen empor zu entwickeln oder zurückzufallen, wird durch diese Bildlichkeit pointiert dargestellt. Erika Schuchardt zeigt viele Anleihen an Spiralbildern auf, die ihre Arbeit beeinflusst haben – sehen Sie dazu diesen Film. Es sei an dieser Stelle auch auf das Modell ‚Spiral Dynamics‘ hingewiesen, das an anderer Stelle in der KrisenPraxis als Modell herangezogen werden wird, um den Aspekt menschlicher Bewusstheit mit den Themen Krise und Krisenprävention zu verknüpfen.

Phasen 7 und 8 im Krisenverlaufsmodell

Kommt es in dieser Folge zu einem persönlichen Entschluss, unter dem Einfluss der Krise das Leben neu zu justieren und anzunehmen, setzt die siebte Spiralphase, die ‚Aktivität’, die Kräfte so frei, dass nun ‚das Beste daraus gemacht wird’. In dieser Phase entwickelt sich das Wertesystem
der Person derart, dass Handlungs- und Entscheidungsräume begehbar werden, die vor der Krise der betroffenen Person nicht bewusst zur Verfügung standen.

Die achte Spiralphase, Schuchardt nennt sie ‚Solidarität’, beschreibt die verarbeitete, lösungsgerichtete Integration der Krise. Neben dem eigenverantwortlichen und selbstgesteuerten Umgang mit dem Erlebten haben die Betroffenen oftmals den Wunsch, ihre Krisenerfahrungen mit
anderen Personen zu teilen, die ihrerseits mit einer sie erschütternden Situation zu tun haben. Die beiden letzten Phasen nennt Schuchardt das ‚Zielstadium’ oder ‚reflektiv-aktionale, selbstgesteuerte Dimension’, mit der die bewusste und verantwortete Handlungsorientierung der Person gewürdigt wird.

Phasen 5 und 6 im Krisenverlaufsmodell

Gerät dieses Bemühen in eine Sackgasse, wird mit der fünften Spiralphase, der Depression, die sowohl rationale als auch emotionale Annahme der Realität wahrnehmbar. Der anstehende Verlust wird durch das Loslassen von Hoffnungen, Trauer und Abschiednehmen gebahnt.
In dieser Phase beginnt die belastete Person, die Auswirkungen der Krise auf ihr weiteres Leben voll zu erkennen. Schuchardt nennt die Spiralphasen 3 bis 5 das ‚Durchgangs-Stadium’ oder auch ‚emotional, ungesteuerte Dimension’, da in allen drei Phasen eine starke Emotionalität vorliegt, die betroffene Person sich im Verhalten jedoch noch nicht lösungsorientiert zeigt.

Mit der sechsten Spiralphase ‚Annahme’ beginnt die Person für sich zu klären, welche Freiheitsgrade ihr verbleiben – nun ‚wird das Mögliche daraus gemacht’ und die Krise ins eigene Leben integriert. Eine Bejahung des Zustands wird damit noch nicht vollzogen, vielmehr ‚fügt’
sich die Person in das Geschehen, das unausweichlich ist. „Annahme ist weder zustimmende Zustimmung noch bejahende Bejahung. Kein Mensch kann freudig zustimmen oder bereitwillig bejahen, aber er kann lernen, im Prozess der Verarbeitung der Phasen seiner Krisen, das Unvermeidliche anzunehmen” [Schuchardt]. Dieser Gedanke folgt Viktor Frankl, wenn dieser darauf aufmerksam macht, dass „nicht nur ein tätiges Leben Sinn hat, indem es dem Menschen die Möglichkeit gibt, in schöpferischer Weise Werte zu verwirklichen; und nicht nur ein genießendes Leben hat Sinn, also ein Leben, das dem Menschen Gelegenheit gibt, im Erlebnis der Schönheit,
im Erleben von Kunst oder Natur, sich zu erfüllen; sondern wenn Leben überhaupt einen Sinn hat, dann muß auch Leiden einen Sinn haben.”

Phasen 3 und 4 im Krisenverlaufsmodell

In der dritten Spiralphase, der ‚Aggression’, wird der rationale Umgang mit der Situation von intensiven Gefühlen wie Wut oder Zorn auf die mit der Krise verbundenen Ursächlichkeiten begleitet. Im Vordergrund steht die Frage: ‚Warum gerade ich?’ Wird die Aggression in dieser Phase
unkontrolliert ausgelebt, so besteht die Gefahr, dass sich von ihr betroffene Menschen von der belasteten Person abwenden, was eine zusätzlich schwerwiegende Isolation zur Folge hat.

Die vierte Phase adressiert die ‚Verhandlung’. Hier ist die Person bestrebt, Ausgleiche für ihre spezifische Belastung zu bewirken. Dies kann sich zum Beispiel durch das Einholen von Rechtsbeiständen zeigen oder durch das Bestreben nach einem materiellen Ausgleich. Bei
gesundheitlichen Krisen werden oftmals Personen konsultiert, die mit ihren Versprechungen die Hoffnung vermitteln, weitere Folgen der entstandenen Krise abwenden zu können.

Phasen 1 und 2 im Krisenverlaufsmodell

Die acht Einzelphasen strukturiert Schuchardt in den drei Hauptstadien ‚Eingang’, ‚Durchgang’ und ‚Ziel’. Das Eingangsstadium steht dabei im Zeichen der ‚Ungewissheit’, die die Facetten ‚Unwissenheit’ [,Was soll das schon sein?’], ‚Unsicherheit’ [‚Soll das doch etwas sein?’] und
‚Unannehmbarkeit’ [‚Das soll doch wohl ein Irrtum sein?’] umfasst.

In der ‚Unwissenheit’ wird noch nicht mit dem Schlimmsten gerechnet. Verstärken sich jedoch die schwachen Signale und belastenden Faktoren, dann entsteht mit der ‚Unsicherheit’ das Empfinden dafür, dass sich eine erhebliche Veränderung in der aktuellen Lebenssituation ankündigt. Nicht selten wird der eigene Versuch, das Belastungsthema klein zu reden oder zu leugnen, durch Bemerkungen anderer Menschen aus der persönlichen Umgebung aufgehoben. Die Anstrengungen, sich gegen die entstehende Belastung zur Wehr zu setzen, führt in die ‚Unannehmbarkeit’.
Sie kennzeichnet die Unfähigkeit zur Akzeptanz des Verlustes von Handlungsmöglichkeiten oder bestimmter Lebensqualitäten. Eine Regression in die Phase der ‚Unwissenheit’ ist nach diesem
Modell daran erkennbar, dass der Betroffene nach Dritten sucht, die ihn in seiner abwiegelnden Haltung unterstützen, oder wenn Personen, die einen Klärungsversuch unternehmen, als nicht kompetent abgewertet werden.

Mit der zweiten Spiralphase, der ‚Gewissheit’, ist die verstandesmäßige Klarheit darüber verbunden, dass die Krise nun wirklich eine Verlusterfahrung mit sich bringen wird. In ihren Gefühlen nimmt die Person jedoch noch eine verneinende Haltung zu der entstandenen Situation ein. Diese beiden ersten Phasen werden von Schuchardt ‚Eingangs-Stadium’ oder ‚kognitiv-reaktiv, fremdgesteuerte Dimension’ genannt, womit deutlich wird, dass der Betroffene durch äußere Einwirkungen wie zum Beispiel durch Kündigung, Trennung des Partners, ärztliche Information in Bezug auf Erkrankungen usw. berührt und in seinen weiteren Denkprozessen gelenkt wird.