Enneagramm – Charakterstilkunde – 3

Grundannahmen zum Enneagramm, Teil 1

_ Das Enneagramm ist ein Charakterindikator, kein Test.

_ Jeder Mensch hat einen von neun Charakterstilen als zentralen originären Stil in der Kindheit entwickelt. Über die verschiedensten Anpassungsprozesse hinweg, formt der Mensch aus seinem einstigen Original seinen gegenwärtigen Typus. Original und Typus können einander gut entsprechen – jedoch werden immer wieder auch größere und große Unterschiede zwischen ihnen berichtet – eine Person meinte dazu zum Beispiel: ‚Sie hätten mich als Kind einmal erleben müssen, da war ich in einer ganz anderen Welt als heute‘.

_ Ein Mensch hat einen Typus, bleibt aber immer ein Original. Kommt eine Enneagramm-Auswertung zum Beispiel zum Ergebnis ‚Charakterstil: 4‘, dann regt dieses Ergebnis dazu an, zu schauen, ob man sich mit der angebotenen Vertextung auch zurückversetzen lassen kann in die eigene Kindheit und dort die Anteile des ‚4er‘ erinnert.

_ Jeder Mensch trägt Aspekte aller Enneagramm-Stile in sich, wobei meist eine Ausprägung überwiegt. Jeder der neun Stile ist gleich wertvoll.

_ Jeder Stil ist für einen anderen Stil ein ‘Unterstützer’ und wieder für einen anderen ein ‘Stressor’.

_ Ein Stil ist verankert mit der individuellen Innenwelt der Gedan­ken, Meinungen, Vorstellungen, Erinnerungen, Erwartungen, Interessen, Wün­sche, Bedürfnisse, Absichten,  Motive, dem Temperament, dem Handlungsmuster, den Gefühlen und Stimmungen. Eine Überidentifikation mit dieser Innenwelt stellt  das wesentliche Hindernis bei der Suche des Menschen nach seinem wahren, ursprünglichen Ich dar.