Angriff auf die Werte – ein Coachingpraxisbericht – 3

Die Klientin erscheint am Nachmittag des vereinbarten Tages pünktlich, in einem grauen Hosenanzug, einem roten Tuch und einer dezenten Aktenmappe. Ihr Gang ist aufrecht, der Blick wirkt leicht melancholisch. Wie bereits am Telefon spricht sie in elegantem Deutsch, die Begrüßung erfolgt herzlich und die Erleichterung, nun an ihrem Anliegen arbeiten zu können, ist ihr anzusehen.

Zum Beginn der Sequenz berichtet Frau Helfi, dass ihr Mann derzeit im Ausland sei. Er arbeitet als Exportmanager für ein japanisches Unternehmen. Das Paar hat keine Kinder, die finanzielle Situation ist eher gut und ohne Risiken, „selbst dann, wenn ich morgen ginge“. Der Freundes- und Bekanntenkreis ist stabil, die beiden Katzen wachen tagsüber über den Besitz des Paares „in dem wir eine Vielzahl schöner und auch seltener Antiquitäten zusammengetragen haben. Mir aber vorzustellen, ich sitze da nun in meinem Haus herum, warte auf meinen Mann und auf Briefe der Arbeitsagentur, die mir mitteilen, ich sei aufgrund meiner Erfahrungen zu teuer, aufgrund meines Alters zu alt und aufgrund meines Status zu schwierig zu integrieren – das kann ich nun gewiss nicht.“

„Sie sagten am Telefon, die Situation sei für Sie aus unerfindlichen Gründen eskaliert. Wenn Sie einmal ‚Erfinderin‘ spielen: Was alles könnten für Sie Erklärungen für das sein, was Sie seit einigen
Wochen wahrnehmen?“

Mit dieser Frage wird die Klientin darin unterstützt, sich über die Bildung diverser szenarischer Hypothesen die Grundlage für alternierende Wege zur Lösung ihres Anliegens zu erarbeiten.
Frau Helfi notiert …