Angriff auf die Werte – ein Coachingpraxisbericht – 9

„Verstehe, wenn Sie sich nun einmal einen schönen, stabilen Korb vorstellen würden, in den Sie goldene Kugeln hineinlegen, auf denen jeweils ein Wert geschrieben steht, dann hätten wir nun bereits die goldene Wertekugel der ‚Fürsorglichkeit‘. Welche liegen noch in Ihrem Korb?“

Frau Helfi überlegt kurz und nennt dann Herzenswärme, Nähe, Klarheit, Leistung, Loyalität, Zuverlässigkeit, Wendigkeit, Schutz und Liebe. „So bin ich ja auch aufgewachsen. Ich hatte nämlich vier Mütter. Meine Mutter und meine drei älteren Schwestern. Ich bin die Jüngste in unserer Familie und bin wohl behütet aufgewachsen. Für meine berufstätige Mutter war es gut, dass meine Schwestern ihr etwas von der Arbeit abnahmen und ich hatte es natürlich auch gut – für Abwechslung war gesorgt und als meine Schwestern älter wurden, habe ich als Nesthäkchen immer fragen können und meistens drei verschiedene Antworten bekommen.“

Bei dieser Schilderung lacht sie, und auf Nachfrage, was denn Gutes an drei verschiedenen Antworten sei, meint Frau Helfi, dass sie so immer eine Vielfalt an Perspektiven und Ideen bekommen hätte. Das hätte ihr selbst zum Beispiel bei ihren eigenen Handlungen und Entscheidungen geholfen. Nur leider wäre es nun so, dass sowohl ihr erster Chef als auch ihre Familie eindringlich dazu raten, dass sie sich vom Unternehmen trennt. Frau Helfi sieht das als
Flucht an – sich dieser schwierigen Situation zu stellen, wäre ein Frage ihres Gewissens.

„Einmal angenommen, Sie haben sich der schwierigen Situation gestellt, und Sie fühlen die Wirkung Ihres guten Gewissens. Was genau fühlen Sie nun, was Sie nicht zuvor auch schon fühlten?“