Warum überhaupt Sinn? – 3

Neben den täglichen Möglichkeiten, wertebewusste Entscheidungen zu treffen oder Handlungen auszuführen und damit ein Gefühl der Sinnerfüllung zu erleben, wird die Bedeutung der persönlichen Wertebewusstheit in existenziell extrem belastenden oder bedrohenden Situationen noch größer.

Verliert ein junger Mensch seine Eltern durch einen Autounfall oder gelingt ihm der Abschluss einer Prüfung nicht, dann wird die Frage nach dem Sinn konkret durch den Zweifel daran, der neu entstandenen Situation ‚gewachsen zu sein‘.

Verliert ein erwachsener Mensch durch beruflich permanenten ‚Change‘ den Bezug zu dem, was er ‚eigen-tlich‘ im Leben bewirken wollte und empfindet er sich als Erfüllungsgehilfe eines Systems, in dem er eher das Leben anderer lebt als seines, dann wird die Frage nach dem Sinn konkret durch den Zweifel daran, ’sich selbst noch zu kennen‘.

Verliert ein durch viele Lebensstationen gegangener Mensch das Gefühl, dass die Weiterführung des bisherigen Lebens wirkliche Erfüllung bringt, dann wird die Frage nach dem Sinn konkret durch den Zweifel daran, ‚dass das alles gewesen sein kann‘.

Verliert ein durch viele Lebensstationen gegangener Mensch das Gefühl, dass die Weiterführung des bisherigen Lebens wirkliche Erfüllung bringt, dann wird die Frage nach dem Sinn konkret durch den Zweifel daran, ‚dass das alles gewesen sein kann‘.

Verliert ein auf die Endlichkeit des Lebens zugehender Mensch das Gefühl, seiner empfundenen Sinnleere entkommen zu können, dann wird die Frage nach dem Sinn konkret durch den Zweifel daran, ‚ein Wofür im Leben gehabt zu haben und nicht in Seelenruhe gehen zu können‘.

Für alle Lebensphasen mit ihren potenziellen oder sicheren Umbrüchen stellt für mich die Bewusstheit des eigenen Wertesystems daher die größte Chance dar, rechtzeitig präventiv dem vorzubeugen, was Viktor Frankl als ‚existenzielles Vakuum‘ bezeichnet hat, dem tiefen Fall in eine Sinnkrise. Und ist Prävention nicht mehr möglich, dann vermag das logotherapeutisch geführte, [zukunfts-]biografische Gespräch die Sinn-findung zu erleichtern und eine ‚Tragödie in einen Triumph zu verwandeln‘ [Frankl].