Wenn der Mensch die Krise kriegt – 8

These 9: Eine Sinnerfahrung ist eine ‚Erfahrung einer Konsequenz
durch Transzendenz‘. Sie zeigt sich in der Konsequenz sinnerfüllter
Lebensmomente zum Beispiel in Form eines Gefühls von ‚Flow‘,
Glück, Lust im Sinne tiefer innerer ‚Sättigung‘, Freude oder auch
‚Frohsein im Frohsinn‘.

These 10: Man kann Sinn nicht machen. Erzeugen lassen sich
jedoch Sinngefühle, die – vorgaukelnd – denen eines Prozesses der
Selbsttranszendenz ähneln. Man spüre jedoch den Unterschied,
wenn eine Person der anderen nur deshalb sagt, dass sie sie liebt,
weil sie hofft, dass diese Person auf ähnliche Weise erwidert oder
wenn dies derart geschieht, so dass das zutiefst Innere nach außen
tönt [per-sonare – durchtönen]. Es ist zwar zu erwarten, dass sich
ein gutes Gefühl einstellt, wenn die erhoffte Erwiderung tatsächlich
erfolgt. Und ein gutes Gefühl ist allemal besser als sein Gegenteil.
In unserem Verständnis jedoch wäre das beschriebene Gefühl
das, das sich in Folge eines erreichten ‚Ziels‘ ergibt.

„Der Fragmentcharakter
des Lebens tut dem
Sinn des Lebens keinen
Abbruch.”

Viktor E. Frankl