Vom Leid zum Glück

Eine Schulklasse von Elf- bis Zwölfjährigen stürmt in die Pause. „Was spielen wir jetzt?“, fragen die einen. „Stille Post!“, antworten die anderen. Anja beginnt. Neben ihr sitzt Paul, ein dunkelhäutiger Bub mit Migrationshintergrund. Anja sieht ihn lange an, dreht sich kichernd zu ihrer Nachbarin und flüstert ihr die Worte „Paul wäscht sich nie“ ins Ohr. Dieser Satz wandert von einem zum anderen. Die Jugendlichen lachen hinter vorgehaltener Hand und sehen dabei verstohlen zu Paul, der sich dabei sichtlich unwohl fühlt. Sam, der letzte in der Reihe, soll nun den bei ihm gelandeten Satz aussprechen. Er blickt ruhig in die Runde und sagt mit fester Stimme: „Anja steht auf Paul.“ Alle lachen, fröhlich und befreit, auch Anja – und am meisten strahlt Paul. Sam hat eine Leidkette durchbrochen und in Glück und Freude verwandelt. Das kann nur der Mensch.

[KFW, Frankfurt, Credofilm 2006]