Werteverlust

Ein Sportler, der intensiv trainiert, um an internationalen Wettkämpfen teilzunehmen, verletzt sich so sehr, dass seine Laufbahn beendet ist. Ein Politiker, der sich konstruktiv für die Gestaltung eines Gesellschaftsaspektes einsetzt und Projekte dazu initiiert, kann seine Arbeit nicht fortsetzen, da seine Partei in der nächsten Wahl aus der Regierung abgewählt wird. Ein Schüler schafft eine wichtige Prüfung trotz großen Lernaufwandes nicht. Eine Person hat ihren Freund der unangemessen behandelt, so dass dieser die Freundschaft beendet. Das Lebensmodell eines Menschen wird durch Andersgesinnte so stark attackiert, so dass der Betroffene sich zurückzieht. Ein Kind fühlt sich durch ein Neugeborenes in seiner Bindung zu seiner Mutter stark begrenzt, da es nicht mehr die Aufmerksamkeit erhält wie zuvor. Eine Frau verliert ein Schmuckstück, das ihr von ihrem verstorbenen Partner zu einer besonderen Situation geschenkt wurde …

Verluste gehören zum menschlichen Leben dazu. Wird dem Verlorenen eine hohe Bedeutung beigemessen, dann hat der Verlust einen oder mehrere Werte der Person ‚angegriffen‘. Die Überwindung von Verlusten sind damit Aufgaben, die das Leben jedem Menschen stellt. Das macht jeder Mensch anders.

Der Verlust des eigenen Lebens ist dabei für die meisten Menschen die existenziellste Aufgabe, die es zu reflektieren gilt. Unsere Frage in diesem Zusammenhang an unsere Therapiepatienten lautet dabei meist: ‚Wie wollen Sie heute leben, so dass Sie sicher sein können, dass der Tod nicht in der Lage ist, Ihnen einen Verlust Ihrer Werte zu bereiten?‘