Umgang der Kinder mit Tod – 3

Ab dem sechsten Lebensjahr beginnt nun etwas Neues – die Verbindung der Situationen, die Tod erzeugen, mit ihren Emotionen. Es entsteht Mitgefühl – zum Beispiel, wenn ein Schulkamerad über den Tod eines ihm nahen Menschen spricht. Das Bild des Finalen wird dem Kind in diesem Alter immer klarer, auch, wenn sie dies weiterhin nur auf andere projizieren.
Zuweilen findet sich in den kindlichen Gedanken die Zuschreibung des Todes auf eine wesenhafte Gestalt, sei es, dass der Tod in Form eines Skeletts oder eines Engels angesehen wird, die die Aufgabe haben, das Böse oder Freche zu holen. Dagegen jedoch kann sich das Kind in seiner Vorstellung schützen, es muss dann entweder brav oder schlauer sein.

Mit dem Schuleintrittsalter gewinnt das Kind mehr Interesse daran, was nach dem Tod geschieht und sie erfahren, dass es viele Ursachen für ihn gibt. Die Möglichkeit des Todes von Vater und Mutter wird konkret, auch können sich in diesem Alter erstmals Todeswünsche gegen Mitglieder der Familie zeigen oder Kinder deuten an, dass sie bei dieser oder jener Person sein wollten, wäre Papa oder Mama tot. Mit dem siebten Lebensjahr gewinnt das Kind ein Zeitbewusstsein, es erinnert Todesfälle und die mit dem Tod verbundene Symbolik rückt ins Interesse. Weiterhin wird das vielleicht aufkeimende Gespür, dass man selbst auch tot sein wird, ausgeblendet. Ab acht oder neun Lebensjahren wissen Kinder, dass jeder Mensch einen Tod erfährt, auch man selbst. Damit gewinnen Bilder an Bedeutung, die das Kind sich über den eigenen Tod macht. Es zeigt Interesse an dem, wie der Tod eintritt und was nach dem Tod passiert, wenngleich die – in diesem Alter auch bereits grob bekannten – Vorgänge, die der Körper nach dem Tod vollzieht, meist noch nicht verarbeitet werden können.