Umgang der Kinder mit Tod – 5

Dem Gespräch mit einem Kind oder Jugendlichen über den Tod, sollte nicht ausgewichen werden. Dabei stehen einer fürsorglichen Aufklärung, die das Alter, die Ich-Stärke, den gesundheitlichen Status und die Reife berücksichtigen, die Gedanken und Bilder des Kindes oder Jugendlichen gegenüber. Für die Entwicklung dienlich ist es, das eigene Bild von Sterben und Tod offen zu halten für die Einwände des jungen Menschen. Allemal passend ist es, bei einem konkreten Todesfall über die Todesursache des Verstorbenen zu sprechen, so dass gerade Kinder in jungen Lebensjahren den Tod nicht mit ihrem eigenen Verhalten in Verbindung bringen.

Als praktikabler Wegweiser für die Frage, wann auf eine externe, psychologische Unterstützung eines Kindes oder eines Jugendlichen zurückgegriffen werden sollte, kann diese Übersicht dienen. Hier gilt, dass eine solche Hilfe insbesondere dann genutzt werden sollte, wenn zwei oder mehr Kriterien zutreffen:

– Lebensalter unter 6 Jahren, wenn Eltern oder ein Elternteil stirbt
– Wechsel der Schule des Kindes
– Wechsel des Wohnortes nach einem Todesfall
– Pathologische Trauer bei der oder den Bezugspersonen des Kindes
– Auffällige Hochstimmung des Kindes beim Tod eines Elternteils
– Starke körperliche Bindung zum lebenden Elternteil
– Plötzlicher und unerwarteter Tod oder Unfalltod
– Tod der Bezugsperson nach über sechsmonatiger Krankheit
– Tod der Bezugsperson in einem Einsatz bei der Bundeswehr
– Zwei oder mehr Todesfälle in kurzen Abständen
– Zeitlich nahe Todesfälle im Freundeskreis des Kindes oder Jugendlichen
– Finanzielle Notlage nach einem Todesfall mit Auswirkungen auf das Kind
– Vor dem Todesfall bereits bestehende psychische Belastung des Kindes
– Mädchen, deren Mutter bei der Geburt eines Kindes, durch Gebärmutter- oder Brustkrebs starb
– Junge, dessen Vater in der Zeit seiner Pubertät starb