Methode ‚Einstellungsmodulation‘

Den Einfluss der persönlichen Einstellung eines Menschen auf seine psychische und physische Gesundheit beweisen Studien, die zeigen, dass Menschen, die sich beruflich voll engagieren oder auch Mütter mit Kleinkindern, nicht so oft krank werden – selbst, alle anderen rum sie schwächeln. Warum? Weil sie ganz einfach keine Zeit haben, um krank zu sein. Andererseits wissen wir auch, dass Kranke, die sich aufgeben, schneller in Todesnähe kommen.

Für einen sinnzentriert arbeitenden Berater gehört es daher zum Handwerkszeug, bereits in der Frühphase eines Gespräches, in dem es aus Patienten- oder Klientensicht zuerst um die Darstellung der eigentlichen Problematik geht, auf die Aussagen zu achten, mit denen die Person über ihre Einstellungen spricht. Persönlich negative, gesundheitsabträgliche Einstellungen werden sodann angesprochen und darauf hingearbeitet, dass die Person erkennt, dass eine von ihr beabsichtigte Verbesserung ihrer Situation letztlich nur auf einer konstruktiven Basis ihrer Einstellungen gedeihen kann. Fraglos gibt es dabei Menschen, deren Einstellungen sich zu derart verhärteten Glaubenssätzen ausgebildet haben, so dass immer wieder Abwehrreaktionen zu erwarten sind. Dennoch gilt es, einer solchen Person Wege zur Einstellungsmodulation über das Gespräch über ‚Ausnahmen‘, ‚Unterschiede‘, ‚Alternativen‘, ‚Ambivalenzen‘ usw. offen zu halten. Womöglich wird der Mensch ‚in ruhiger Minute‘ an sich erleben, dass er sich selbst mit seinen Einstellungen nicht mehr leiden kann und sich mit den erarbeiteten alternativen Aussagen besser fühlt.