Wie sind die Etappen einer Schematherapie?

Hinter allen Schemata stehen unerfüllte Bedürfnisse in der Kindheit, sei es das Verlangen nach Sicherheit, Fürsorge, Grenzziehung u.a.. Die Gründe, warum die Bedürfnisse des Kindes nicht befriedigt wurden, können nicht pauschal damit erklärt werden, dass ihm willentlich Schaden zugefügt wurde. Oft kann sich der heute Erwachsene durchaus erklären, warum es ‚damals so war, wie es war‘. Dennoch hat der einst vollzogene Prozess, mit der Situation als Kind fertig zu werden, nach und nach zu einem Muster, einem Schema geführt. Da dieses Schema für ein gelingendes Leben heute unvorteilhaft ist, es sogar stark behindern kann, empfiehlt sich seine Schwächung. Das heißt: Der Mangel an der Befriedigung früherer kindlicher Bedürfnisse lässt sich zwar nicht mehr ‚gutmachen‘, aber so gestalten, dass Menschen heute besser mit ihren Lebenserfahrungen umgehen und sich aktiv aus ihren – auch weiterhin aktiven – Schemata loslösen können.

Ein schematherapeutischer Prozess beginnt daher mit einer Einschätzung des Therapeuten, ob die Arbeitsform für die Person geeignet ist und mit einer umfassenden Aufklärung des Patienten über die Etappen der therapeutischen Begleitung. Es folgt die Identifikation heutiger dysfunktionaler Lebensmuster und – mit Hilfe entsprechender diagnostischer Verfahren – die Klärung der individuellen psychischen Reaktionen bei der Aktivierung eines kontraproduktiven Schemas. Der Therapeut entwirft anhand dieser Daten sein Fallkonzept, also die Grundlage seiner weiteren therapeutischen Arbeitsplanung. Dieses Konzept wird dem Patienten transparent gemacht und erklärt. Durch die nächsten Sitzungen versteht der Patient immer besser, wie es zur Entstehung des oder der Schemata kam und reflektiert die bisher vollzogenen Bewältigungsstile und deren Bewältigungsreaktionen bei sich und im persönlichen Umfeld. Konkrete, auf die Persönlichkeitsstruktur gefasste Handlungs- und Verhaltensempfehlungen werden gegeben und deren Umsetzung in den Sitzungen besprochen.