Huggleberry Tim – oder: wie sich die Trotzmacht des Geistes ihren Weg bahnt

Trotz seiner Trisomie-21-Behinderung hat sich Tim Harris seinen Traum verwirklicht. Mit einem besonderen Rezept hat der Mittzwanziger mit Down-Syndrom eindrucksvoll bewiesen, dass ein Mensch niemals zu reduzieren ist auf psychische oder körperliche Fähigkeiten oder Restriktionen, Harris eröffnete sein eigenes Restaurant, hat über dreißig Mitarbeiter, bietet recht gängiges US-Fastfood – und etwas, wonach die Menschen, die zu ihm kommen, sehnen. Das bekommen sie nur bei ihm und von ihm: ‚Hugs‘, Umarmungen. Heute gilt der kleine Laden dank dieser herzlichen Atmosphäre als der wohl freundlichste der Welt.

Dass Tim überhaupt ein selbständiges Leben oder gar in dieser Weise beruflich tätig werden könnte, haben die wenigsten Menschen in seinem Umfeld für möglich gehalten. Neurologen gehen bei Menschen mit Trisomie 21 von einem IQ von durchschnittlich 55 aus, während Menschen ohne diesen Gendefekt zwischen 80 und 120 liegen. Tims Eltern leisteten womöglich für diese besondere Entwicklung einen wesentlichen Beitrag. Sie schraubten ihre Erwartungen an ihn nicht herunter, er ging zur Schule, war im Sport ein As und schloss an der Eastern New Mexico University sein Studium in Service, Büroarbeit und Gastronomie ab. Danach arbeitete er in der Gastronomie, bis er schließlich ‚Tim’s Place‘ eröffnete.

Seinen Slogan „Breakfeast Lunch Hugs“ nimmt Tim sehr genau. Seit der Eröffnung hat Tim laut seinem „Hug-Counter“ fast 20.000 Umarmungen verschenkt. Im Restaurant gibt es sogar einen Umarmungs-Zähler. Auf seinen Erfolg angesprochen, zitiert Tim Walt Disney: „Wenn du es erträumen kannst, kannst du es auch erreichen.“

Die KrisenPraxis wünscht Tim Harris noch viele ihn und seine Gäste erfreuende Umarmungen.