Sie brauchen einen wissenschaftlichen Grund, warum Krisenprävention wirklich menschlich ist?

Nur die Fragen, die im Prinzip unentscheidbar sind – z.B. eine Frage, wofür genau ich mich entscheiden werde, wenn mein Haus abbrennt und alle Habe zerstört ist – können wir entscheiden. Absurd? Paradox? Dazu Heinz von Foerster:

„Warum? Einfach, weil die entscheidbaren Fragen schon entschieden sind durch die Wahl des Rahmens, in dem sie gestellt werden, und durch die Wahl von Regeln, wie wir das, was wir ‚die Frage‘ nennen, mit dem, was wir als ‚Antwort‘ zulassen, verbunden wird. … Aber wir stehen nicht unter Zwang, nicht einmal dem der Logik, wenn wir über prinzipiell unentscheidbare Fragen entscheiden. Es besteht keine äußere Notwendigkeit, die uns zwingt, derartige Fragen irgendwie zu beantworten. [Ob das der Grund ist, warum Krisenprävention ein solches Stiefkind ist? A.d.KrisenPraxis] Wir sind frei! Der Gegensatz zur Notwendigkeit ist nicht Zufall, sondern Freiheit. Wir haben die Wahl, wer wir werden möchten, wenn wir über prinzipiell unentscheidbare Fragen zu entscheiden haben.
Das sind die guten Nachrichten, wie amerikanische Journalisten sagen würden. Nun kommen die schlechten. Mit dieser Freiheit der Wahl haben wir die Verantwortung für jede unserer Entscheidungen übernommen.“

Auf Anraten seines Freundes Viktor Frankl, publiziert von Foerster 1948 seine Arbeit “Das Gedächtnis: Eine quantenphysikalische Untersuchung“ – diese Arbeit wurde Foersters Ticket in die amerikanische Wissenschaftsszene. Für die sinnzentrierte Therapiearbeit hat die Forschung von Foerster bis heute Relevanz, insbesondere Frankls Warnung davor, dass Menschen – er nannte es Hyperreflexion – wieder und immer wieder über ihre Probleme, Defizite, Mängel, Sorgen usw. nachdenken und reflektieren und begrübeln und damit nicht vergessen, was aber zur Gestaltung eines gelingenden Lebens zu vergessen ist.

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