Menschliche Bedürfnisse – 2

Richard G. Erskine fokussiert in seinem Ansatz auf Beziehungsbedürfnisse, die im Sozialkontakt mit anderen Menschen befriedigt werden.

Beziehungsbedürfnis nach Sicherheit:
Ich bin körperlich und emotional in der Beziehung sicher aufgehoben.
Ich bin gleichzeitig verletzlich und in Verbindung mit dem anderen.
Ich kann sein wer ich bin.
Ich kann mich zeigen ohne zu befürchten, die Zuneigung und den Respekt des Partners zu verlieren.
Ich weiß, woran ich bin.
Mein Partner und ich haben verlässliche Absprachen und Regeln.
Mein Partner kommuniziert wertschätzend mit mir.

Bedürfnis nach Wertschätzung
Ich werde von meinem Partner verstanden.
Ich erhalte von meinem Partner die Bestätigung, dass meine Bedürfnisse legitim sind.
Mein Partner bestätigt mir die Bedeutsamkeit meiner Gefühle, meiner Phantasien und meiner Realitätswahrnehmung.
Mein Partner ist präsent, wenn er mit mir in Kontakt ist.

Bedürfnis nach Schutz
Mein Partner nimmt mich an.
Mein Partner gibt mir Schutz, Ermutigung und Orientierung, auch wenn ich schwach bin.
Mein Partner schützt mich vor meinen eigenen übermäßigen Ansprüchen.
Mein Partner hilft mir mich zu begrenzen.
Mein Partner ist beständig, verlässlich und eine gefestigte und vertrauenswürdige Person.
Mein Partner ist eine fördernde und positiv erlebte Identifikationsfigur.

Bedürfnis nach Bestätigung persönlicher Erfahrungen
Mein Partner teilt meine Erfahrungen beziehungsweise er kann meine spezifischen Erfahrungen nachvollziehen und damit bestätigen.
Mein Partner versteht mich.
Mein Partner geht denselben Weg im Leben, er ist wie ich.
Mein Partner wertschätzt meine persönliche Erfahrung, auch wenn sie von seiner abweicht.
Mein Partner glaubt mir.
Mein Partner spiegelt meine Gefühle und Bedürfnisse.

Bedürfnis nach Selbstdefinition
Ich (er-)kenne meine persönliche Einzigartigkeit.
Ich kann in meiner Beziehung meine Einmaligkeit ausdrücken, meine ganz eigenen Bedürfnisse, meine ganz eigenen Wünsche.
Mein Partner lässt meine Sichtweisen und Meinungen zu.
Ich werde von meinem Partner in dieser Einmaligkeit wahrgenommen und akzeptiert, auch bei Meinungsverschiedenheiten.

Bedürfnis nach Einflussnahme
Ich habe Einfluss auf meinen Partner.
Ich kann Denken und Handeln meines Partners in einer gewünschten Weise beeinflussen und eine emotionale Reaktion beim anderen auslösen.
Ich kann beim Partner Veränderungen bewirken.

Bedürfnis nach Initiative
Mein Partner und ich wechseln uns ungefragt ab beim auf den anderen zukommen und beim Initiative ergreifen.
Mein Partner macht mir Angebote.

Bedürfnis nach Liebe
Ich drücke meine Liebe aus durch Fürsorge, Dankbarkeit, Wertschätzung oder indem ich für meinen Partner etwas tue.
Mein Partner nimmt meine Zuneigung und Dankbarkeit an.

Nichtbefriedigung von Beziehungsbedürfnissen => Psychische Abwehrmechanismen [siehe weitere Informationen unter diesem Stichwort in der KrisenPraxis]

Quelle: Richard G. Erskine: Beziehungsbedürfnisse, ZTA , Heft 4, 2008
R. G. Erskine, J. P. Moursund, R. L. Trautmann: Beyond Empathy – A Therapy of Contact-in-Relationship. Brunner & Mazel, New York, 1990