Wenn ich Dich darum bitte, mir zuzuhören, und Du Dich aber bemühst, mir Ratschläge zu erteilen, dann hast Du weder verstanden, worum ich Dich gebeten habe, noch was ich jetzt brauche.

Wenn ich Dich darum bitte, mir zuzuhören, und Du Dich aber bemühst, mir zu erklären, ich dürfte nicht so fühlen, dann trittst Du auf meinen Gefühlen herum.

Wenn ich Dich darum bitte mir zuzuhören, und Du Dich aber bemühst, meine Probleme zu lösen, dann hast Du mich nicht verstanden und Du bist weit weg von mir.

Bitte, hör mir doch zu! Alles, worum ich Dich bitte ist, erzähle mir nichts und tue jetzt auch nichts, höre mir einfach nur zu.

Ratschläge sind billig zu haben, Horoskope und Ratgeber gibt es am Zeitungsstand. Ich kann sie mir kaufen, denn ich bin nicht hilflos! Ich bin vielleicht entmutigt und mir fehlt es an Klarheit aber hilflos bin ich nicht.

Wenn Du aber etwas für mich tust, was ich selber für mich tun kann und auch tun muss, dann trägst Du dazu bei, dass ich ängstlich und schwach erscheine.

Wenn Du es aber einfach als eine schlichte Tatsache akzeptierst, dass ich so fühle wie ich fühle, egal wie irrational es Dir auch erscheinen mag, dann kann ich aufhören an Dich zu appellieren und kann beginnen zu verstehen was geschehen ist.

Wenn Du das verstanden hast, dann kann ich besser verstehen, was geschah, und dann werden sich auch Antworten einstellen.

Vielleicht hilft deshalb manchen Menschen das Gebet, weil Gott schweigt und keine Ratschläge gibt, weil er geduldig darauf warten kann, dass wir selbst die Antworten finden.

Also, bitte höre mir zu.

Und wenn du dann sprechen willst, dann verspreche ich, dir zuzuhören.

Aus der Betreuungsarbeit der Polizei San Francisco