Was sich ein Mensch in einer Krise erlauben sollte …

Ja, ich darf unsicher sein.
Und meine Unsicherheit muss nicht sofort aufgelöst werden. Schon gar nicht für andere.

Ja, ich darf schwanken.
Und meine Entscheidung muss jetzt nicht in Stein gemeißelt werden. Schon gar nicht für andere.

Ja, ich darf meinen Körper leiden spüren.
Und meine Schmerzen muss ich nicht betäuben. Schon gar nicht für andere.

Ja, ich darf meine Grenzen erfahren.
Und meine inneren Antreiber müssen nicht sofort zur Ruhe gebracht werden. Schon gar nicht für andere.

Ja, ich darf zweifeln.
Und was ich höre, das kann, muss ich aber nicht glauben. Schon gar nicht für andere.

Ja, ich darf irren.
Und was ich heute tue, kann ich morgen gewissenhaft korrigieren und übermorgen muss dies dennoch nicht mehr gültig sein. Schon gar nicht für andere.

Ja, ich darf meine Krise für beendet erklären.
Und wenn ich merke, dass sie wieder aufflammt, dann muss ich mich dennoch nicht so verhalten wie bisher. Schon gar nicht für andere.