Wenn Freunde und Angehörige einen Menschen in einer Situationskrise erleben

Damit müssen Sie rechnen:

Der Betroffene ist schockiert.
Dauer: Wenige Augenblicke bis 24 Stunden
Phänomen: Geistesabwesenheit, Erstarrung
Was Sie zeigen sollten: Präsenz, Freundlichkeit, Trost

Der Betroffene ‚reagiert‘.
Dauer: Tage bis Wochen
Phänomen: Apathie, Verzweiflung, Depressivität, Hoffnungslosigkeit mit Wut, Feindseligkeit, Aggressivität, Trauer, körperlichen Begleitsymptome, Appetitlosigkeit, Gewichtsabnahme, Fresssucht, Genussmittelmissbrauch, Pendeln zwischen extremen Gefühlszuständen.
Was Sie zeigen sollten: Aufmerksamkeit, Zuhören, kein Beschwichtigen, die Reaktionen des Betroffenen als ’normal in unnormaler Zeit‘ ansprechen
Tipp: Führen Sie ein Wahrnehmungstagebuch für die Zeit danach. Wie erleben Sie den Betroffenen, worüber spricht er, wie reagiert er …

Der Betroffene ist orientierungslos.
Dauer: Wochen bis Monate
Phänomen: Empfinden von Chaos, Ungleichgewicht, mangelhafte Selbststeuerung, geringes Selbstgespür
Tipp: Den Prozess nicht stören oder sich verärgern lassen durch das ‚Suchen‘ des Betroffenen

Hinweis: Länger als acht Wochen dauernde Krisen drohen zu chronifizieren, Gegensteuern!

Der Betroffene berappelt sich.
Dauer: wenige Tage bis Wochen
Phänomen: Der Betroffene interessiert sich wieder, zeigt Anteil, distanziert sich von seinem bisherigen Verhalten, wird aktiv
Tipp: Stärken und stabilisieren. Jetzt kein Blick zurück – die Reflexion hat Zeit.