Auch in Krisen können knapp formulierte Hilfen angemessen sein

Der Neurologe Antonio Damasio berichtete von einem Patienten mit präfrontaler Schädigung, den er Elliot nannte. Eines Tages fragte Damasio ihn, wann die nächste Sitzung stattfinden könne, und gab ihm zwei Termine zur Auswahl, die nur einige Tage auseinander lagen. ‚Fast eine halbe Stunde lang zählte [der Patient] Gründe für und gegen die beiden Termine auf. Vorangehende Verabredungen, die zeitliche Nähe anderer Verabredungen, mögliche Wetterverhältnisse: praktisch alles, was man bei einer so simplen Frage berücksichtigen kann. … [Er] zwang… uns, nun einer ermüdenden Kosten-Nutzen-Analyse zu folgen, einer endlosen Aufzählung und einem überflüssigen Vergleich von Optionen und möglichen Konsequenzen.‘ Als Damasio ihm den zweiten Termin nahelegte, sagte Elliot einfach: ‚in Ordnung‘.

Quelle: Gigerenzer, G. [2008]: Bauchentscheidungen. S.261