Krisenprävention – nicht nur für junge Menschen

[Fortsetzung von vorgestern]

Sich nicht vom Stress der Welt auffressen zu lassen. Warum ist eine Veränderung in diesem Thema krisenpräventiv? Weil man stets im Jetzt lebt. Ein Morgen erhoffe ich oder ich plane Dinge – gelebt wird eine morgige Stunde wieder in einem ‚Jetzt‘. In existenziell schwerer Lage ist es zwingend, für sich geklärt zu haben, dass das Bestmögliche stets im gegenwärtigen Moments zu tun ist. Ist eine solche Lebenseinstellung kultiviert, bleiben Pläne flexibel und der Stress der Welt wird mit einem Mal kleiner und verändert sich zu dem, was er als erfreuende Energie sein kann: zu einer Aufforderung, im Jetzt etwas Sinnvolles zu tun, damit sich die Optionen für morgen vergrößern. Eben in dieser Richtung arbeiten Therapeuten mit ihren Klienten, wenn es ernst ist. Es gibt keinen Grund, dies nicht auch präventiv zu tun.

Sich nicht um seinen Körper zu kümmern. Warum ist eine Veränderung in diesem Thema krisenpräventiv? Weil selbst der starke Körper in die Schwäche kommt, sobald die Psyche ihre Energie in einer Krise verzehrt. Psyche und Körper gehen hier parallele Wege, und ist mit dem Körper unachtsam umgegangen worden, dann ist in einer massiven Belastungssituation es bis zum STOP-Schuld nicht mehr weit.

Sich nicht mit Vergangenheitsorientierten zu umgeben. Warum ist eine Veränderung in diesem Thema krisenpräventiv? Weil man in existenziell schwerer Lage unbedingt akzeptieren muss, dass Gespräche mit Menschen, die einen immer und immer wieder in die Vergangenheit führen, einen in eine mentale Haltung locken, die zur Bewältigung von Zukunftsthemen niemals ausreichen kann. In einer Krise muss man die Fähigkeit mitbringen, Abstand zu halten zu Menschen, deren Zeithorizont nicht passend ist für die Bewältigung des Erforderlichen. Gleichermaßen wichtig ist es, rechtzeitig den Kreis von Menschen zu vergrößern und zu pflegen, deren mentale Modelle passender sind.

Sich Tausende von Stunden in einem beruflichen Umfeld aufzuhalten, das keine Lebensfreude vermittelt. Warum ist eine Veränderung in diesem Thema krisenpräventiv? Weil es Menschen verbittert, wenn sie auf eine berufliche Etappe zurückblicken, in der ihnen Sinnhaftigkeit, Freude, Humor, Kooperation oder andere emotionale Qualitäten entsagt blieben – und an diesem Zustand nichts verändert haben. Etwa 1/6 des Lebens arbeitet der Mensch in einem beruflichen Kontext – das sollte dazu aufrufen, früh zu klären, was es braucht, um es zu einem erfüllenden Lebenssechstel zu machen. Die Methoden, diese Klärungsarbeit zu starten, gibt es.