Krisenprävention – nicht nur für junge Menschen

[Fortsetzung]

Sich selbst nicht mehr genügend Aufmerksamkeit zu spenden. Warum ist eine Veränderung in diesem Thema krisenpräventiv? Wenn Menschen sich für sich selbst zu wenig Zeit nehmen, dann entsteht schleichend ein Zustand, den wir ‚mangelndes Selbstgespür‘ nennen. Dann funktioniert man zwar, bestimmte Anteile [wie Kompetenz, Schnelligkeit, analytisches Denkvermögen, Organisationstalent usw.] werden auch immer nachgefragt – aber: in existenziell schwerer Lage muss man unbedingt dazu befähigt sein, gelernt zu haben, sich auf sich selbst zu besinnen. Wer sich aus dem Blick verliert und nicht mehr klar hat, mit was man selbst noch dann im Einklang steht, wenn bestimmte Dämme brechen, der läuft Gefahr, sich in Krisen zu verrennen in noch mehr Selbstausbeutung.

Sich den schwachen Signalen nicht zu öffnen. Warum ist eine Veränderung in diesem Thema krisenpräventiv? Weil viele Krisen irgendwann noch kleine Probleme waren. Ihre Energien wurden verdrängt, der Mut, sie zu hinterfragen, wurde nicht aufgebracht. Aus Scham, aus Sorge, aus Angst. Was man in existenziell schwerer Lage unbedingt wissen muss ist, welche Gefühle dazu führten, dass man Scheuklappen angelegt hat. Mit ihnen erst im Krisenprozess umgehen zu lernen, ist für viele Menschen eine emotionale Herkulesaufgabe. Wer zur Achtung seines Selbstwertes auch die subtilen Veränderungen in seinem Umfeld anschaut und anspricht, kann so manchem Überraschungseffekt ‚wie aus heiterem Himmel‘ von einer Situation konfrontiert zu werden, aus dem Wege gehen.

Sich zu wenig mit potenziellem Fortschritt zu befassen. Warum ist eine Veränderung in diesem Thema krisenpräventiv? Wenn man glaubt, allein mit Wahrung des Status Quo, mit Pflege der Kernkompetenz, mit Perfektionieren des Bestehenden oder anderen Prozessen dieser Art für das Leben gefeit zu sein, der wird in einer existenziell schweren Lage unbedingt zu lernen haben, dass ein Ausweg nur mit einem Fortschreiten aus der Zone des Bekannten einhergehen kann. Neben der Krise kommt nun auch noch das unbekannte Neuland hinzu – ein Paket, das für Menschen oft recht schwer zu heben ist. Warum also nicht rechtzeitig beginnen?

Sich zu wenig mit der Bedeutung von Geld zu beschäftigen. Warum ist eine Veränderung in diesem Thema krisenpräventiv? Weil die Währung, mit der Krisen weder ausgelöst noch gelöst werden, nicht Geld ist. Besser ist es, rechtzeitig zu reflektieren, für was Geld der Repräsentant ist. Für Freiheit? Oder Ruhe? Oder Macht? Wenn man weiß, was man tun muss, um durch den Mangel an Geld zu scheitern, dann weiß man auch, was man zu tun hat, um trotz Mangel an Geld dies zu verhindern.

[wird übermorgen fortgesetzt]