Mit Werten aus der Berufs-Ehe-Krise – Teil 5

Fortsetzung von gestern

Als auch diese Bewerbung scheitert und sie wahrnimmt, dass die Stelle mit jemand „Inkompetenten“ besetzt wird, entscheidet sie, die mit ihrem Mann besprochenen Überlegungen der Familienplanung nun schon in die Tat umzusetzen. Sie wird schwanger und beantragt die ihr gesetzlich mögliche Eltern‐ und Erziehungszeit. Ihrem Unternehmen fühlt sie sich nach wie vor verbunden, und sie hofft, später – unter veränderten Systembedingungen – für weiterführende Aufgaben in Betracht gezogen zu werden.

Im Rahmen des sinnzentrierten Coachings, das Frau L. für sich nutzen möchte, um neben der privaten Situation auch einige Etappen aus ihrem Berufsleben zu reflektieren,  erzählt sie, dass alle Mitglieder ihrer Familie eine gute Ausbildung hätten und in ihren jeweiligen Arbeitsbereichen eine anspruchsvolle Funktion bekleiden würden. Sie selbst „hinke aber nun hinterher“ und dann käme nun auch noch die tiefe Verletzung hinzu, die ihr Mann ihr mit seinem Verhalten zugefügt hätte. Das ist so, als hätte er mir das andere Bein auch noch weggezogen – „ich fühle mich richtiggehend stillgelegt“. Ihren beiden älteren Brüdern hätte sie früher stets beweisen müssen, dass Frauen auch „etwas auf dem Kasten haben“. Sie schildert einige Situationen, in denen sie sich „klein fühlte“, zum Beispiel konfrontiert mit Sticheleien und Verletzungen, dass das „was sie in dieser Konservenfabrik machen würde, doch bloß dazu diene, irgendein geschmackloses Zeug unter die Leute zu bringen“.

Solche Äußerungen wären zum einen inhaltlich falsch, wichtiger aber sei, dass sie sich als Person „angefressen“ fühle. Und die Absagen bei den beiden Bewerbungen „fressen sie auch an“. Und der Fauxpas ihres Mannes auch.

Die spürbare Wut der Klientin, ihr „ich bin angefressen“, lassen vermuten, dass etwas ihr zutiefst Wesentliches angegriffen wurde. Um dies genauer zu erkunden, stimmt die Klientin einer Werteanalyse zu.

wird fortgesetzt