Sturheit – nicht selten die Basis veritabler Krisen

Ein klassisches Beispiel für die Sturheit eines Glaubenssatzes ist die Geschichte
vom Menschen, der glaubt, er sei eine Leiche. Er isst nicht und geht nicht zur Arbeit.
Er sitzt einfach die ganze Zeit über da und behauptet, er sei eine Leiche.

Der Psychiater versucht, den Mann davon zu überzeugen, dass er nicht wirklich
tot ist. Sie streiten lange über diese Frage. Schließlich sagt der Psychiater:
„Können Leichen bluten?“

Der Mann denkt einen Augenblick lang nach und sagt dann: „Nein. Weil alle
Körperfunktionen zum Stillstand gekommen sind, kann eine Leiche nicht bluten.“

Daraufhin sagt der Psychiater: „Also gut, dann wollen wir jetzt einmal ein Experiment
machen. Ich werde eine Nadel nehmen, Ihnen damit in den Finger stechen und
schauen, ob er blutet.“

Da der Patient ja eine Leiche ist, kann er nicht viel dagegen einwenden. Der
Psychiater sticht ihm also eine Nadel in den Finger, und der Finger des Mannes
fängt zu bluten an. Der Patient schaut sich die Sache völlig verblüfft an und ruft aus:
„Verdammt! Leichen bluten ja doch!“

nach: Dilts, R.: Die Veränderung von Glaubenssystemen. 1993