Was ist existenziell?

Wohl kaum, welche Kleidung ich heute trage, ob ich heute einen Espresso bei Mario oder bei Ulrike trinke, ob ich heute dieses oder jedes Spiel spiele. Anders ist es, wenn ich vor der Wahl eines Berufes, einer Umsiedlung, eines Partners stehe, wenn ich mich mit dem Thema Patienten- oder Betreuungsverfügung befasse oder bei schwerer Krankheit eine Entscheidung für eine bestimmte Therapie treffe. Wenn ich entscheide, weiterhin Drogen zu nehmen oder sie meinem Körper zu entziehen, wenn ich um die Entbehrungen weiß, die eine Entscheidung für eine bestimmte Aufgabe bedeuten wird.

Existenzielles fordert die Person – existere [hervortreten] fordert personare [durchtönen].

Existenzielles geht nicht mit ‚Lust‘ oder ‚Macht‘ einher. Existenziell wird eine Entscheidung, die auf den Sinn ausgerichtet ist, auf ein Wofür und auf ein ‚Wozu ist es gut‘? In existenziellen Situationen tönen die Werte eines Menschen durch und zeigen sich in ’selbst-bewusstem/r‘ Verhalten und Handlung. Hat ein Mensch derart Existenzielles entschieden, dann tut er gut daran, sich von allem zu distanzieren, was in der Lage sein könnte, diesen Entscheid zu diskreditieren. Die Klärung des Existenziellen hat daher in der Folge immer auch ein wenig mit Pflege der eigenen Freiheit und Verantwortung zu tun. Auch, wenn dies andere Menschen mit einer neuen Situation konfrontieren kann, für die diese noch keine Form der Handhabung entwickelt haben.

Vor welcher existenziellen Entscheidung standen Sie jüngst oder welche stehen an?