Max Scheler – und die Sonderstellung des Menschen – 5

„Das Wesen des Menschen und das, was man seine ,Sonderstellung‘ nennen kann, steht hoch über dem, was man Intelligenz und Wahlfähigkeit nennt, und würde auch nicht erreicht, wenn man sich diese Intelligenz und Wahlfähigkeit quantitativ beliebig, ja ins Unendliche gesteigert vorstellte. Aber auch das wäre verfehlt, wenn man sich das Neue, das den Menschen zum Menschen macht, nur dächte als eine zu den psychischen Stufen noch hinzukommende neue Wesensstufe psychischer Funktionen und Fähigkeiten, die zu erkennen in der Kompetenz der Psychologie und Biologie Iäge.“

„Das neue Prinzip steht außerhalb all dessen, was wir ,Leben‘ im weitesten Sinne nennen können, Das, was den Menschen allein zum ,Menschen‘ macht, ist nicht eine neue Stufe des Lebens, sondern es ist ein allem und jedem Leben überhaupt, auch dem Leben im Menschen entgegengesetztes Prinzip.“ […. und dieses Prinzip lautet, dass der Sinn, nach dem ein Mensch im Leben strebt, nicht in ihm, sondern außerhalb von ihm zu finden ist. Damit einem Menschen es möglich wird, den außer ihm liegenden Sinn zu finden, muss er die Veränderung vom Menschen zur Person vollziehen.]

Der Begriff ,Person‘

Das Aktzentrum aber, in dem Geist innerhalb endlicher Seinssphären erscheint, bezeichnen wir als ‚Person‘, in scharfem Unterschied zu allen funktionellen Lebenszentren, die nach innen betrachtet auch ,seelische‘ Zentren heißen.“ Über ‚Geist‘ verfügt nur der Mensch als Person, erst er begründet seine ‚Sonderstellung‘.

[wird fortgesetzt]