Max Scheler – und seine Kritik an der ‚Dualismus-Idee‘ des Rene Descartes

„Für die Neuzeit hat die klassische Theorie des Menschen ihre wirksamste Form gefunden in der Lehre des Descartes. Dadurch, dass dieser alle Substanzen in ,denkende‘ oder ,ausgedehnte‘ einteilte und lehrte, dass der Mensch allein aus diesen beiden in Wechselwirkung stehenden Substanzen besteht, hat Descartes in das abendländische Bewusstsein ein ganzes Heer von Irrtümern schwerster Art eingeführt.“

„Im äußersten Gegensatz dürfen wir sagen: Der physiologische und der psychologische Lebensprozess sind ontologisch streng identisch. Sie sind nur phänomenal verschieden – aber auch phänomenal streng identisch in den Strukturgesetzen und in der Rhythmik ihres Ablaufs. Die Kluft, die Descartes durch seinen Dualismus von Ausdehnung und Bewusstsein als Substanzen, zwischen Körper und Seele aufgerichtet hatte, hat sich heute fast bis zur Greifbarkeit der Einheit des Lebens geschlossen.“