Seele – Reflexion und Persönliches – 7

Zuweilen treten Situationen ein, in denen der Verstand abrät und die Seele stimmt zu – zuweilen ist es genau andersherum. Ich erlebe das am ehesten bei Aufträgen, die mir angeboten werden, lukrativ zwar, aber für meinen Seelenfrieden abträglich. Für mich spürbar ist diese Reaktion meist körperlich und ich folgere daraus, dass die feinstoffliche Seele dem grobstofflichen Körper den Auftrag gibt, der kraftvollen Vernunftbotschaft im Sinne von „lukrativ, mach das“ einen ebenso kraftvollen Hinweis des Körpers im Sinne von „zeige durch eine Verkrampfung an, dass hier etwas nicht ganz stimmig ist“ entgegen zu setzen. Diese Erlebnisse führen mich zu der Behauptung, dass die Seele spürt, wohin eine Geisteshaltung führen wird. Ist eine Geisteshaltung dem Seelenwohl entsprechend, braucht es keine Seelsorge. Ist sie es nicht, haben wir Grund zur Sorge. Für mich ist das Fundament meiner Geisteshaltung der Sinn, den ich in meinem Leben sehe. Dieser Sinn erhält mich seelisch gesund. Folge ich meinem Sinn nicht, spürt meine Seele die Verfehlung.

Die Seele ist die Ressource des Gespürs. Wäre diese Ressource nicht gegeben, so wäre die Folge, in der Abhängigkeit aller Einschränkungen stehen zu bleiben. Die Seele lässt das nicht zu. Wenn sie es kann, meldet sie sich auf ihre urtümliche Weise, die sich in Worten schlecht ausdrücken lässt. Kann sie es nicht, weil sie überschwemmt wurde mit Eindrücken, vor denen sie sich in Schutz bringt, braucht sie eine Wiederbelebung durch ein achtsames, seelenfriedliches Vorgehen in ihrem Umfeld. Als gutes Entreé für ein solches Vorgehen habe ich die Frage danach erlebt, wonach der Mensch sich sehnt. Dieses Sehnen beschreibt eine Empfindung auf seelischer Ebene, nicht bereits so konkret wie ein Wunsch, den wir uns denken, eher etwas noch Unklares aber Spürbares.

[wird fortgesetzt]