Ein Beispiel eines individuellen Wegs aus einer Identitätskrise

„NS macht dich auf Dauer kaputt, das ist psychisch, das ist seelisch, das ist körperlich. Dass das es wert ist, für ein Weltbild zu kämpfen, wo man immer noch nach sechzig Jahren sagt ‚morgen kommt die Wende‘, sei dahingestellt. Es ist halt eben so, dass ich jetzt über die zwölf Monate jetzt, wo ich schon von außen sehe, was er mit mir gemacht hat, dass ich lange Depressionen hatte, Essstörungen, dass auch andere Kameraden sehr unglücklich waren oder das nach außen nicht gezeigt haben oder es als selbstverständlich gegeben haben, sich für den NS zu opfern – scheißegal, was es für die Familie, für das Umfeld bedeutet – und das hat natürlich Spuren hinterlassen. … Denen [den Chefs der NS Bewegung] ist wichtig, dass die Bewegung vorangeht, denen ist nicht wichtig, wie es den Einzelnen geht. … Die verheizen sich selber, sie merken gar nicht, wie sie ihr eigenes Leben versauen. Ich bin der Meinung, dass ich es schaffen werde, da auszusteigen und bin auf dem besten Wege dazu. … Es ist schwer, darüber zu reden, …, ich rede ja und reflektiere mich selbst und denke selbst und hab die Jahre in mir drinne und es ist halt ein komisches Gefühl, noch nicht wirklich angenehm, um ehrlich zu sein. Es ist ja auch ein Stück weit peinlich, also, ich schäme mich auch für vieles, was ich gemacht habe.

Chris – Aussteiger aus dem Neuen Nationalsozialismus [NS]
im sehenswerten Dokumentarfilm ‚Die Arier‚ von Mo Asumang

„Wird es mir gelingen, mich von alten Wunden zu heilen, die Rassisten mir zugefügt haben? Eins weiß ich sicher: Wenn man etwas dazu beitragen möchte, das Problem mit dem Rassismus zu lösen, muss man bereit sein, etwas von der eigenen Kraft abzugeben.“
Mo Asumang