Kinder und ihr Umgang mit dem Tod [bis Lebensalter 10 Jahre]

Kinder ab 7 Jahre wissen zwar, dass es den Tod als Unterschied zum Leben gibt, begreifen aber noch nicht seine Bedeutung und Endgültigkeit. Die Akzeptanz des Todes ist noch nicht entwickelt.
Kindern in diesem Alter sollte daher

  • zugestanden werden, die aufkommenden Gedanken und Gefühle zeigen zu können und diese in Geborgenheit und Schutz besprechbar zu machen
  • besondere Aufmerksamkeit und Sicherheit zuteil werden, wenn sie sich unangemessen der eingetretenen Situation gegenüber verhalten
  • erfahren, dass ihre Fragen Ernst genommen werden und der Erwachsene bemüht ist, diese genau zu beantworten
  • Ehrlichkeit entgegen gebracht werden, wenn das Kind sich Sorgen macht, die Eltern könnten sterben – hier ist anzuraten, dem Kind einerseits zu sagen, dass auch Eltern sterblich sind, andererseits aber hervorzuheben, dass die Eltern noch vieles vorhaben, was sie mit ihrem Kind erleben wollen
  • ihr Glaube daran, durch eigenes Denken oder Handeln ein Todesgeschehen mit beeinflusst zu haben [z.B. durch den nach einem Streit gedachten Wunsch, der eigene Bruder sei besser nicht mehr da], auf sanfte Weise ausgeräumt werden
  • der Prozess des Krank-Werdens und das Vorgehen im Körper bei schweren Krankheiten kindgerecht erklärt werden
  • die Möglichkeit gegeben werden, sich erfreuende Vorstellungen darüber zu bilden, was nach dem Tod vorfindbar sein könnte ….

Wie spricht man mit Kindern über den Tod? Einige Anregungen:

Schlecht: ‚Papa ist auf eine lange Reise gegangen.‘
Besser: Papa ist bei einem Unfall gestorben. Wir sind alle sehr traurig aber wir werden es zusammen schaffen dass es uns mit der Zeit wieder besser geht.

Schlecht: ‚Es ist Gottes Wille‘ oder ‚Gott hat ihn zu sich genommen, weil er so gut ist‘ oder ‚Er ist im Himmel bei den Engeln.‘
Besser: Großvater ist letzte Nacht gestorben. Wir werden oft an ihn denken. Wir können uns an die guten Dinge erinnern, die wir mit ihm erlebt haben.

Schlecht: ‚Großmutter schaut vom Himmel auf dich herunter (… es ist besser wenn du brav bist).‘
Besser: Großmutter war sehr sehr alt und ist gestorben. Sie wird in unserer Erinnerung immer bei uns bleiben.

Schlecht: ‚Max ist schlafen gegangen (er ist jetzt im Himmel).‘
Besser: Max war sehr sehr krank und die Krankheit hat ihn sterben lassen. Niemand weiß wirklich, ob er jetzt im Himmel ist. Manche Leute glauben das, andere nicht.