Welche Einstellungen fördern individuelle Krisen?

Ja, es gibt sie noch: Allwissenphantasien, Sicherheitsillusionen, Selbstbeschränkungsideologien, Verantwortungslosigkeit. Sie zeigen sich in der Vorstellung ‚ich bin bestens qualifiziert‘, ‚mir kann das nicht geschehen‘, ‚man muss mich so nehmen wie ich bin‘, ’nach mir die Sintflut‘ …. – wer diese Register zieht, hat sich selbst eine veritable Voraussetzung dafür geschaffen, um zu scheitern.

Aber auch diese treffen wir an: Lernen jenseits bekannter Pfade, Respektlosigkeit vor Fremdbestimmungsversuchen, Reflexivität und Ressourcenbewusstsein, Gestaltungsfreude und Trennungskompetenz [im Sinne bewusst vollzogener Destabilisierung durch Abtrennung des vermeintlich Wichtigen bei gleichzeitiger Stabilisierung des im Kern Wesentlichen]. Meist finden wir dies bei Menschen, die das Neue nicht mit Risiko gleichsetzen, die im Handlungsmodus bleiben und nicht darauf warten, dass sich um sie herum schon irgendwann die Lage derart verbessern wird, dass auch sie ein Stück davon abbekommen werden. Und bei Menschen, die einen Satz von Viktor Frankl in ihrer Einstellung zeigen: „Das Leben selbst ist es, das dem Menschen Fragen stellt. Er hat nicht zu fragen, er ist vielmehr der vom Leben her Befragte, der dem Leben zu antworten, das Leben zu ver-antworten hat.“