Das Erleben einer Unternehmenskrise – IV

Fortsetzung von Teil III

Selten ist es ein einziger Grund, der eine Unternehmung in eine Krise führt. Psychologisch gesprochen zeigt sich eher ein ‚multifaktorieller Zusammenhang‘, der eine vielleicht einst nur problematische zu einer komplex-kompliziert-dynamischen Situation des Unternehmens führt.

Sind die Auslöser womöglich schnell in autokratischen Entscheidungsprozessen, mangelndem Wissen, Aufschieberitis, Zentralismus, unausgereiften Prozessen oder auch Kommunikationshindernissen zu finden, so gilt doch: der Zeitpunkt ist bei allen ‚insgeheimen Vorahnungen‘ überraschend und ruft nach flinken, klugen Entschlüssen – nicht selten von denselben Menschen, die zuvor einen Beitrag zum Entstehen der Krise geleistet haben.

Dass sich diese Erwartung oftmals nicht erfüllt, sondern im Gegenteil die handelnden Personen sich gehemmt und blockiert zeigen, führt in der Folge dazu, dass eine Krisensituation bekämpft anstatt kreativ gemeistert wird. Die Krisensituation mit ihrem geringen Handlungsspielraum verleitet Führungskräfte und Mitarbeiter dazu, ihr eingefahrenes Verhalten sogar weiter zu fixieren im Sinne eines ‚mehr vom selben‘.

So gesehen ist jedem Unternehmer aus psychologischer Sicht an sich empfohlen, im Unwetter nicht die Regenschirme zuzulassen, die zuvor schon bei Sonnenschein genutzt wurden. Krisenbewältigung braucht schnelle Handlungen jenseits der bekannten Trampelpfade und kein ‚digging the hole deeper and deeper‘.