Hochwasser – was jeder präventiv leisten kann

Wenn Bäche und Flüsse in wenigen Minuten über die Ufer treten und sich Wassermengen aufbergen, dann gibts nur eins: soweit wie möglich nach oben mit allem was lebt.
Deutet sich die Ernstlage an, aber verbleibt noch Zeit, dann kann diese zur Sicherung des Hab und Gut mit Sandsäcken oder mit Verlagerung wertvoller Sachen in obere Etagen genutzt werden. Bedenken Sie dabei: Ihre individuelle Wahrscheinlichkeitsrechnung ist bei drohendem Unwetterrisiko völlig unerheblich. Klima ist nicht genau berechenbar, auch nicht für Meteorologen, also liegt das Risiko stets bei 50%. Die ‚Kosten‘ jedoch für eine ‚Verlagerung‘, die sich im nachhinein als nicht erforderlich gewesen herausstellt, sind immer niedriger als der Verlust von Wertsachen, die nicht hätten verlustig gehen müssen. Handeln Sie daher und führen Sie Debatten a la ‚es wird schon nicht so schlimm werden‘ zu einem zügigen Ende.

Präventive Maßnahmen

  • Beim Kauf eines wassernahen Gebäudes sollte die Möglichkeiten einer Versicherung des Gebäudes und des Hausrates geprüft werden.
  • Eine Liste des Eigentums sowie entsprechender Fotos sollte erstellt werden und die Dateien an verschiedenen Orten [z.B. Cloud und Daten-USB-Stick am Schlüsselbund] hinterlegt sein. Ebenso sollten Sie einscannen und digital hinterlegen:
    Ärztliche Dokumente, Geburtsurkunde, Krankenversicherungskarte, Kaufverträge, Versicherungsunterlagen, Bankdaten, Ausweise, Zeugnisse …
  • Die Telefonnummern von Handwerkern [am besten auch die Mobilnummern] sollten im Mobiltelefon gespeichert sein.
  • Mit diesen Fachleuten kann auch über vorbeugenden Überschwemmungsschutz gesprochen werden.
  • Wenn Sie in gemieteten Räumen wohnen: Besprechen Sie mit Nachbarn in den oberen Etagen, ob Sie einen Raum zum Unterstellen der Möbel, Bilder u.a. erhalten.
  • Lagern Sie nichts von unersetzlichem Wert im Keller.
  • Wenn bautechnisch möglich: Installieren Sie elektrische Versorgungseinrichtungen und Heizanlagen in den oberen Geschossen und sichern Sie Heizöltanks gegen Auftrieb.
  • Funktionsfähigkeit der Rückstauklappe vorab überprüfen. Diese verschließt von unten die Rohre. Denn zu viel Regen kann die Straßenkanalisation nicht aufnehmen und das Wasser drückt ansonsten durch die Abflüsse ins Haus.
  • Erstellen Sie eine Liste der Dinge, die im Notfall als allererstes zu retten sind.
  • Einen Koffer mit Kleidung, Hygieneartikeln und etwas Bargeld bereitstehen zu haben, ist ohnehin immer hilfreich [es kann ja auch einmal unverhofft ein Krankenhausaufenthalt erforderlich werden]

www.unwetterzentrale.de und www.dwd.de/DE/wetter/warnungen