Sinn finden

Nicht für jeden Menschen ist die Suche nach Sinn ein Tagesthema. Meist finden ihn Menschen, ohne dass es ihnen bewusst ist. Oft als Situationssinn, bei dem ein Mensch in die Handlung geht, ohne dass er sich die zuvor als Ziel gesetzt, als Absicht formuliert, als Zweck verstanden oder als Strategie erdacht hätte. Wer sich von Sinn erfüllen lässt, der handelt, weil er spürt, was die Situation gebietet.

Für Viktor Frankl ist der Mensch ein sinnstrebiges Wesen. Spürt er, dass etwas voller Sinn ist, dann deshalb, weil er fühlt, dass er Werte verwirklichen kann. Werte aus seinem individuellen Wertesystem. Dieses Wertesystem stellt den ureigenen Wirklichkeitshorizont dar. Frankl: „Sinn ist eine Möglichkeit vor dem Hintergrund der Wirklichkeit.“ Jeder Mensch hat ein Wertesystem, ergo hat ein Mensch immer auch die Möglichkeit, Sinn zu finden. Dieses Menschenbild ist ausgesprochen optimistisch und dem Menschen zugewandt. Es ist die Basis für die Beratung, das Coaching oder die Therapie, die wir je nach Fragestellung unseren Klienten und Patienten anbieten. Eine solche Unterstützung wird genutzt, wenn Sinn nicht gefunden wird. In Krisen, Konflikten oder Krankheiten. Als Kernproblem stellt sich dann in der Regel heraus, dass es eine Unkenntnis der eigenen Werte gibt. Menschen merken, dass sie sich in ihrem Leben weit mehr mit Zielen, Maßnahmen, Wirkung oder Selbstdarstellungen befasst haben als mit der Klärung ihrer Werte. Das ist dem Zeitgeist der Gegenwart geschuldet und solange eben auch kein Problem als ein Mensch um das Wesentliche seiner Person weiß. Dieses Wissen aufzubauen, ist kein Hexenwerk, dazu muss man nicht 100mal auf die Couch oder 100mal zu einem Coach. Dazu braucht es zuerst einmal eins: Den Willen, Sinn zu finden. Und die Bereitschaft, einen Gedanken aufzugeben: Dass man sich oder anderen Sinn machen kann.

Wer hat in Ihrem Leben schon alles versucht, Ihnen Sinn zu machen?

„Die Möglichkeiten im Leben sind begrenzt, aber im Rahmen dieser Grenzen sind sie grenzenlos.
Erst war man Baum, auf einmal ist man nur noch Ast, und irgendwann ist man nurmehr ein Blatt.
Bevor es fällt, sollte man sich erinnern: Der Baum ist noch da.“
Ralph Schlieper-Damrich