Wie verstehen Sie ‚Reife‘?

Carl Friderich von Weizsäcker: „Es gibt keine Reifung ohne Krisen, weder im Leben eines Individuums noch im Leben einer Kultur.“

Lexikon der Biologie: Reifung kann als Entwicklungsminimalprogramm verstanden werden, das selbst dann abläuft, wenn die Lebensbedingungen einen Erfahrungserwerb erschweren oder unmöglich machen.

Ein Erwachsener hat dann eine Reife, wenn er jene notwendigen Fähigkeiten und Kenntnisse erworben hat, die ihn befähigen, die für sein Leben und Fortkommen notwendigen Entscheidungen selbständig und eigenverantwortlich zu treffen.

Posttraumatische Reifung: „Positive psychologische Veränderungen, die von Betroffenen als Ergebnis oder Folge des Bewältigungsprozesses von extrem belastenden Lebensereignissen berichtet werden.“ [Tedeschi und Calhoun]

Menschen reifen dadurch, dass sie Krisen erleben – Sätze wie diese lehnen wir kategorisch ab. Wir halten es für unmenschlich, Reifung von Krisen abhängig zu machen. Im Gegenteil: Wir kennen Menschen, die als reife Persönlichkeit auftreten, in ihrem Leben jedoch nach eigenem Bekunden keine Krise erlebt haben. Und wir kennen Menschen, bei denen wir nach ihren Krisen einen anderen Reifegrad erwartet hätten. Persönliche Reifung gelingt durch Prävention. Sie ermöglicht Souveränität im ernsten Lebensereignis.“ [Ralph Schlieper-Damrich, KrisenPraxis]

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