Kleine Krisenpräventionsübung – I

Heute und an den folgenden Tagen stellen wir Ihnen vierzehn individualpsychologisch geprägte Lebensstile vor und ermuntern Sie, diese zuerst dahingehend zu überprüfen, welche Ihnen selbst am ehesten entsprechen. Wenn Sie Ihre Auswahl getroffen haben, dann empfehlen wir, dass Sie aus allen ausgewählten Texten einen Gesamttext schriftlich verfassen und dabei in einem Resümee ergänzen, in welcher Krisensituation es wohl sehr unpassend wäre, würden Sie sich in der Weise verhalten, wie Sie es anhand der ausgewählten Passagen beschreiben.
Wenn Sie im Anschluss an diese Arbeit nicht vollends ausschließen können, dass diese Krisensituation in den nächsten Jahren wirklich eintritt, sollten Sie ein Krisenpräventionsgespräch auf der Basis Ihrer Überlegungen in Erwägung ziehen.

Stil 1: Ich stelle gern andere Menschen in meinen Dienst. Um dies zu erreichen, kann ich andere einschüchtern, charmant, launisch sein oder auch auf taktische Weise eine vermeintliche Schwäche zeigen. Ich sehe das Leben oft als ungerecht an, da es mir häufig versagt, was ich für mein gutes Recht halte. Ich bin eigentlich nie richtig zufrieden.

Stil 2: Ich bin fast ständig in Bewegung und habe dabei das Gefühl, ich müsse mich beeilen, um all das zu Ende zu bringen, was ich noch tun sollte. Ich bin gewissenhaft und so auf meine Ziele ausgerichtet, dass ich mir nur selten Ruhe und Muße gönne. Ich spüre dabei jedoch so etwas wie eine Angst, ich könnte ein Versager sein, und die übersteigerte Aktivität könnte vielleicht ein Mittel sein, um diese Angst zu überdecken.

Stil 3: Ich möchte mein Leben unter Kontrolle haben. Überraschungen schätze ich im allgemeinen nicht. Auch spontane Reaktionen suche ich möglichst zu vermeiden, und ich zeige auch nicht gerne meine Gefühle, da sie meine Selbstkontrolle beeinträchtigen könnten. Demgegenüber bewege ich mich lieber in geistigen Bereichen. Ich halte auf Ordnung. Von mir fordere ich, dass ich das Rechte tue, und ich stelle so hohe Erwartungen an mich, wie kein anderer. Etwas besser komme ich mir schon vor, wenn ich sehe, womit sich die anderen begnügen.