Schutzfaktor ‚Denkstil‘

Das Konzept des positiven Denkstils nimmt an, dass Situationen durch mentale Prozesse positiv verändert werden können. Dabei werden bei der Beurteilung einer Situation Verallgemeinerungen vermieden und unterschiedliche Situationsgegebenheiten berücksichtigt. Durch einen positiven Denkstil wird das Selbstwertgefühl erhöht und Energien werden leichter für die Bewältigung von Problemen freigesetzt. Ein dauerhaft positiver Denkstil, der auch durch Misserfolge oder Krisen nicht im Kern beeinträchtigt wird, weist auf eine hoffnungsvolle Lebenseinstellung hin.

In Krisensituationen geraten Menschen – bewusst oder unbewusst – in einen Selbstbewertungsprozess, in dem sie eine Reihe von Situations-, Handlungs- und Ergebniseinschätzungen vornehmen, bei denen sie sich fragen, was wohl geschieht, wenn sie ihre gegenwärtigen Bemühungen fortsetzen. Personen mit einer optimistischen Lebenseinstellung haben ihre positiven Ergebniserwartungen auf viele unterschiedliche Situationen generalisiert und vertrauen auf den für die jeweilige Situation bestmöglichen Ausgang.

Das Konzept des positiven Denkens ist sehr populär, doch finden sich in vielen Studien darüber keine Aussagen, ob die Dinge sich von allein – im Sinne von „Glück haben“ – positiv entwickeln  oder ob eine Person selbst ihr Schicksal kontrollieren und durch eigene Anstrengung in eine für sie positive Richtung verändern kann. Würden sich die Dinge von allein entwickeln, dann handelte es  um blindes Vertrauen, einer für die Bewältigung von Krisen eher hinderlichen Eigenschaft.