Schutzfaktor ‚Unterstützung‘

Psychologische Schutzfaktoren gegenüber Krankheit sind nicht auf die Persönlichkeit beschränkt, sondern schließen unter anderem das soziale Netz und das Verhalten anderer Menschen ein. Die Annahme, das Mängel und Probleme der sozialen Integration zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen können, wurde in den 80er Jahren empirisch breit untersucht. Bei hinreichend guter sozialer Unterstützung werden Stressbelastungen und Krankheitsanfälligkeit gemildert. Als Schutzfaktor dienen sowohl die auf die Anzahl der Sozialkontakte zielende ’soziale Integration‘ eines Menschen in seinem individuellen Umfeld  als auch die Qualität dieser Beziehungen. Beide Faktoren dienen dazu, grundlegende Bedürfnisse nach Anerkennung und Zuneigung zu erfüllen, während ein entsprechendes Defizit mit einem herabgesetzten Wohlbefinden und psychischen Störungen einhergehen können. In einer bereits 1979 entstandenen Studie wurden siebentausend Probanden zu zwei neun Jahre auseinander liegenden Zeitpunkten nach der Größe ihres sozialen Netzwerkes befragt. Personen mit einem ausgeprägten sozialen Netzwerk waren dabei anderen hinsichtlich Gesundheit und Wohlbefinden überlegen. Auch im Reha-Kontext zeigt sich die Bedeutung der sozialen Unterstützung auf die Krankheitsbewältigung. In einer Studie konnte die soziale Unterstützung durch Freunde während der Rehaphase als wesentlicher Einflussfaktor für eine spätere Rückkehr zur Arbeit nachgewiesen werden.