Schutzfaktor ‚Kohärenz‘

Das Konzept des Kohärenzsinns ist eingebettet in das übergreifende Modell der Salutogenese des israelischen Medizinsoziologen Aaron Antonovsky. Was hält den Menschen gesund? Diese Frage interessierte Antonovsky und so ging er auf die Suche nach Schutzfaktoren, die Menschen helfen, mit unterschiedlichen, auf sie einwirkenden Stressoren umzugehen. Als zentraler schützender Einflussfaktor gilt in der Stressforschung seither die Grundhaltung gegenüber der Welt und gegenüber dem eigenen Leben. Dieser sog. Kohärenzsinn setzt sich zusammen aus der Erklärbarkeit und Verstehbarkeit des Lebens, der Überzeugung, das Ressourcen zur Verfügung stehen, um mit schwierigen Lebenssituationen und -ereignissen umgehen zu können und dem Gefühl, dass sich der Einsatz und das Engagement für die Welt lohnt. Wer hierauf zurückgreifen kann, der vermag Stressoren im Sinne von Verstörungen des mentalen und emotionalen Gleichgewichtszustands durch Aktivierung von Wiederherstellungsenergien wirkungsvoll entgegenzutreten.

Gemessen wird das Kohärenzgefühl mit dem SOC-Fragebogen, sein Ergebnis gibt Hinweise auf die Fähigkeit der adäquaten Auswahl und des sinnvollen Einsatzes von Bewältigungsstrategien. Zu diesen Fähigkeiten zählen beispielsweise, Belastungssituationen weniger durch riskante Verhaltensweisen, wie z.B. Rauchen, Alkoholkonsum oder die Verleugnung von Krankheitssymptomen, bewältigen zu wollen oder die Fähigkeit, Vertrauen in die Hilfe und Unterstützung anderer zu haben.