Informationen zum Sterbeprozess

Der Tod eines Partners, Angehörigen oder Freundes trifft viele Menschen wie ein Schock. Dabei treten die meisten Tode nicht plötzlich und unerwartet ein, sondern sie kündigen sich mit einem Prozess an, der es ermöglicht, in Ruhe Abschied zu nehmen. Zumeist steht dabei das Sterben am Ende einer tödlich verlaufenden Erkrankung oder des natürlichen Alterungsprozesses. Deutliche Hinweise lassen sich meist bereits mehrere Tage wahrnehmen, seltener sind Tode, die nur wenige Stunden nach den ersten Anzeichen eintreten.

Die folgenden, oft zusammen auftretenden Anzeichen können Hinweise darauf sein, dass der körperliche Sterbeprozess begonnen hat. Wichtig: Sie können, aber sie müssen nicht bei jedem Sterbenden auftreten:

  • Sterbende hören auf zu essen und zu trinken. Der Flüssigkeitsmangel führt zu einem trockenen Mund und eine trockene Zunge.
  • Das Schmerzempfinden nimmt ab, der Sterbeprozess führt so meist zu einer Erleichterung.
  • Der Stoffwechsel verlangsamt sich, die Nieren stellen ihre Funktion nach und nach ein. Eine dunkle Farbe des Urins ist normal, ebenso eine Veränderung des Körpergeruchs.
  • Der Puls wird schwächer und schneller. Die Körpertemperatur sinkt, insbesondere Hände und Füße werden kalt. Verfärbungen der Finger sind ein häufiges Zeichen für den Sterbeprozess.
  • Der Mensch atmet schnell, flach, oft auch unregelmäßig mit Atemaussetzern und Atemgeräuschen. Schleim in den Atemwegen kann schlechter abgehustet werden.
  • Oft zeigt sich der Kraftverlust in den geschlossen gehaltenen Augen. Sprechen ist für den Sterbenden ebenfalls anstrengend. Jedoch können Sterbende oft hören, was in ihrem Umfeld geschieht oder was gesprochen wird.
  • Hände und Füße werden kälter.
  • Das Organversagen führt nach und nach zu Vergiftungserscheinungen, Bewusstseinstrübungen und Schläfrigkeit. Der Mensch wird immer ruhiger, zuweilen unterbrochen durch Überlagerungen von Traum und Wirklichkeit, was sich zum Beispiel durch Halluzinationen oder Phantasien anzeigt.
  • In der finalen Phase wird der Atem immer flacher oder er setzt zeitweise aus.
  • Die Muskulatur erschlafft, die Kiefermuskeln können den Mund nicht mehr geschlossen halten.
  • Die Pupillen reagieren nur noch schwach auf Licht. Ganz zum Schluss sinken Augen und Wangen ein, die Gesichtshaut wird matt, fahl oder gräulich. Hände und Füße können sich fleckhaft dunkel verfärben.

Wenn Sie einen Sterbenden begleiten, dann ist Behutsamkeit angesagt, denn die Bedürfnisse der Person können sich auf unterschiedliche, nicht selten unausgesprochene Weise äußern:

  • Erzwingen Sie nicht das Essen oder Trinken.
  • Reichen Sie Flüssigkeit, damit der Mund nicht völlig austrocknet.
  • Manche Sterbenden hilft es, wenn ihre Lippen befeuchtet werden.
  • Die Wärme für Hände und Füße kann durch Decken erhalten werden.
  • Damit das Atmen leichter wird, kann der Oberkörper leicht aufgerichtet werden.
  • Frische, aber nicht kalte Luft ist für viele Sterbende angenehm.
  • Zu sprechen ist anstrengend, gehen Sie daher nahe mit Ihrem Ohr ans Gesicht des Sterbenden.
  • Bleiben Sie geduldig und aufmerksam. Manchmal äußern Sterbende konkrete Wünsche, manchmal sprechen sie wirr, manchmal ängstigen sie sich und können mit Trost, Berührung oder Musik beruhigt werden – andere Menschen wiederum können leichter sterben, wenn sie alleine sind. Das alles ist normal und es gibt kein Verhaltensrezept dafür. Begleiten Sie so gut Sie es können und hören Sie auf Ihre Intuition, meist ist sie ein guter Ratgeber.