Wollen Sie acht Tage mehr Sinn-Zeit für sich?

Bronnie Ware, Sterbebegleiterin aus Australien, hat in ihrem Buch ‚5 Dinge, die Sterbende am meisten bereuen‘ über ihre Erfahrungen aus Gesprächen mit Menschen berichtet, die sich auf ihren Tod vorbereiteten. Bemerkens- und nachdenkenswert hier ihre Beobachtungen:

Die meisten Sterbenden äußerten den Wunsch, den Mut gehabt zu haben, sich selbst treu geblieben zu sein anstatt ein Leben zu führen, wie andere es von ihnen erwarteten. Viele Menschen konnten sich die Träume nicht annähernd erfüllen, die sie in ihrem Leben gehabt hatten. Dabei waren es zumeist keine, die irgendwelche besonderen Rahmenbedingungen erfordert hätten.

Direkt auf dem zweiten Platz landete der Wunsch, nicht so viel gearbeitet zu haben. Dabei wurde häufig das liebe Geld als Grund für die Dauerüberforderung und Selbstoptimierung genannt oder der Karrieredruck, dem man sich hingab. Womöglich haben die Befragten erkannt, dass ein zu fokussierter Blick auf Status und Besitz eine Lebensführung vorgaukelte, die sich am Lebensende nicht als der sinnvollste erwies – denn den Personen waren die Alternativen ja offenkundig bewusst.
Merke: 15 Minuten weniger zweckdienliche Arbeitszeit täglich sind mögliche acht Tage mehr sinnvolle freie Zeit im Jahr.

Ebenfalls wurden die Wünsche genannt, mehr den eigenen Gefühlen Ausdruck verliehen zu haben, weniger Unterdrückung von Ärger und Groll und mehr klare und ehrliche Ansage an Störenfriede und Lebensfreudefresser. Dazu gehört insbesondere die Entwicklung von Trennungskompetenz, also die Fähigkeit, sich von Menschen zu distanzieren, die bewusst oder unbewusst immer wieder Werteverletzungen vornehmen und – weil nichts geschieht – dieses Fehlverhalten auch nicht abstellen. Dass es manchmal sogar Freunde und andere nahestehende Menschen sind, die sich diese Werteverletzungen erlauben, macht die Sache nicht einfacher und steht im Konflikt mit dem nächsten Wunsch:

Ich wünschte, ich hätte den Kontakt zu meinen Freunden gehalten. Dieser Wunsch ist mehr als menschlich und sich vorzustellen, man würde mit einem harten Kern an echten Freunden mehr als nur ein paar Urlaubstage verbringen, klingt verlockend. Dann aber braucht es eine Sinnvereinbarung: Worum soll es uns in unserer Freundschaft gehen? Wozu soll es gut sein, dass wir diese Zeit miteinander gestalten? Kein Sterbender hat berichtet, ihm wäre es wichtig gewesen, mehr Zeit zum Beispiel fürs Komasaufen oder andere Exzesse verwendet zu haben.

Zu guter Letzt wünschten sich viele, sich mehr Freude gegönnt zu haben. Dies kann als Empfehlung für jeden der Folgegeneration angesehen werden, sich darüber bewusster zu werden, was genau einen selbst wirklich wirklich wirklich erfreut. Was ist Ihr Kern der Freude [nicht Spaß oder Gaudi]? Welche Bürden und Hürden müssten fallen, so dass Sie näher an diesen Kern herankommen?