Archiv für den Monat: Juli 2021

BUGA und Erlebniswerte

Die Bundesgartenschau in Erfurt lädt Sie und insbesondere Ihre Augen noch bis Ende September 2021 zu einem wahren Farbenfeuerwerk ein. Wer sich in einer psychisch belastenden Situation befindet und schöpferische Werte [eine Kategorie on Viktor Frankl] wie Leistung, Initiative, Ordnung, Arbeit oder auch Kreativität nicht verwirklichen kann [vielleicht aufgrund eines Verlustes eines Menschen oder des Arbeitsplatzes oder aufgrund einer Erkrankung] nicht verwirklichen kann, der kann seine Erlebniswerte [wie zum Beispiel Schönheit, Anmut, Sanftheit, Harmonie …] aktivieren. Der Erfurter Augenschmaus bietet Ihnen eine Fülle an derart wertevollen Eindrücken und die Stadt selbst erbringt ihren Teil dazu, um Ihnen als  erfreuende  und vitalisierende Energiequelle auch in Krisensituationen einen Ausgleich zu ermöglichen. Hier ein paar Eindrücke aus unserem Besuch in Erfurt Mitte Juli.

 

Führung nach der Pandemie

Heureka, das Büro hat uns wieder. Viele sind erleichtert, denn ‚geimpft, genesen und getestet‘ scheinen die magischen Worte zu sein, unter denen Führung wieder möglich wird. Zumindest bis eine vierte oder eine neue erste Welle oder irgendetwas anderes kommt, schaun mer mal. Allemal wissen wir nun: Ein Virus schafft es locker, Führungsgewohnheiten ad acta zu legen. Virtuelle Zusammenarbeit, ewige Abstimmungswege, Koordination in der Operative, Wegfall manch Spontanem, technische Hindernisse, Schreikrämpfe im Homeoffice, Fluten an Chats, Mails, Videoeinladungen, Telefonkonferenzen und Optimierungs-Webinare waren und sind vielerorts an der Tagesordnung. Wenigstens traf es fast jeden, dass so etwas wie Plan, Steuerung und Kontrolle ausfielen. Überraschend wie beim Stromausfall am Flughafen, wo dann auf einmal wieder die gute alte Handarbeit, paper and pencil und Selbst-Anpacken gefragt sind. Wohl dem, der das nicht so ganz verlernt hat.

Führung wurde so in den letzten Monaten häufig zum Überraschungs-Ei. Wissen als Fundament von Planen und Steuern waren nicht mehr wirksam, sogar nicht selten sogar riskant. Zu wissen, dass vor mir ein Eisberg im Wasser liegt, hilft alleine wenig, wenn ich nichts sehe. Irgendwie muss es gelingen durchzukommen, auch wenn man nicht weiß, ob nicht links oder rechts auch noch einer liegt. Einfach stehenzubleiben, ist auf Dauer auch nicht smart. Also, wie diesem alles hemmenden Gefühl der Unwirksamkeit entgegengehen? Pfeifen im Wald oder warten auf Godot? Alles wenig sexy und der Intelligenz des Menschen doch auch wirklich nicht entsprechend.

Wenn also der Prophet nicht mehr zum Berg kommen kann, dann eben andersherum. Und so entwickelten sich über die Monate immer mehr informelle Strukturen um den Berg herum. Manchmal als Schwarmintelligenz, manchmal schlicht in Form untereinander abgestimmter falscher Reports, weil man einerseits um die Unerfüllbarkeit der Projektvorgaben wusste, andererseits aber doch irgendwie die auf der Kundenseite ebenfalls gravierenden Probleme in der Wertschöpfung zu adressieren. Die Strategie des Durchwurstelns wurde wiederbelebt, eine Art Schattenkompetenz trat in den Fokus und diese gilt es nun, nachdem – hoffentlich – das Gröbste überstanden ist, hinsichtlich ihrer Vor- und Nachteile anzuschauen und ihre besten Seiten in Form einer selbststeuernden Organisationsentwicklung zu kultivieren. Schließlich bleibt das Szenario einer nächsten Pandemie ja allemal möglich, wenn nicht sogar wahrscheinlich. Und weil das so ist, steht die alte Frage nun in einem neuen Anzug vor einem: Welche Führung brauchen wir in der Post-Pandemie-Zeit?

Mit einer möglichen Antwort darauf schließen sich an: Worum sollte es nun Führungskräften gehen? Welche Führungskräfte sollten gehen? Welche Führungsillusionen wurden aufgedeckt? Welche Vorurteile über Mitarbeiter wurden obsolet? Welche Mitarbeiter haben so positiv überrascht wie es das Virus negativ tat? Welche Rahmenbedingungen sind nun zu schaffen, damit das, worum es den Mitarbeitern für ihr Unternehmen ging, erhalten bleibt und weiterentwickelt wird? Was hat die Reaktionsschnelligkeit der Mitarbeiter mit den Führungskräften gemacht?  Welche in der Pandemie ausgeknockten Mechanismen der Planung, Steuerung und Kontrolle können aussortiert werden? Welche Revitalisierung alter Methoden würde die Mitarbeiter demotivieren? Haben die  Führungskräfte die passende Macht, um die alten Zöpfe auch liegenlassen zu dürfen? Was war das Unorthodoxeste, was die Führungskräfte erlebten und wie wurde damit umgegangen?

Und wenn Sie als Unternehmer oder Führungskraft einfach auf diese Fragen keine Antworten finden, wie wäre es dann einmal mit einem systemischen Coaching? Ideen dafür gibt’s hier in Augsburg reichlich und erfreuen sich bereits großer Beliebtheit.

 

„Das Wissen um eine Lebensaufgabe hat einen eminent psychotherapeutischen und psychohygienischen Wert.“ 

Viktor E. Frankl

Wie das Böse nicht gewinnt

Wenn Albert Einstein recht hat, dann ist die Welt nicht bedroht von Menschen, die böse sind, sondern von denen, die Böses zulassen. Wer Böses zulässt, hat meist Angst. Angst um seinen Job, Angst vor Einsamkeit, Angst vor Statusverlust. Da es unhandlich ist, permanent Angst zu haben, suchen Menschen nach Bewahrern guter Zustände. Manche nennen das Politik. Bereitet die Politik einem Menschen Angst, dann helfen die Grundlagen der Demokratie, diesen Zustand abzustellen. Dumm nur, wenn eine neue Politik dazu verhelfen soll, Zustände zu [re-]aktivieren, die mühsam vollzogene Entwicklungsprozesse in einer Gesellschaft wieder tilgen sollen. Gut nur, dass eine solche ‚neue Politik‘ heute sofort medial offengelegt wird, so dass an sich niemand sich mehr verstecken kann vor dem Wissen hinsichtlich möglicher Folgen der Nichtnutzung demokratischer Wahlmöglichkeiten. Dumm nur, dass es dennoch viele Menschen gibt, die dieses Spiel spielen. Daher können wir Einsteins Gedanken heute neu denken: Die Welt ist bedroht von denen, die als schweigende Mehrheit ihre Pflicht vernachlässigen, denen Einhalt zu gebieten, die bereit wären, Böses zuzulassen. Bald ist Bundestagswahl. Jeder hat die Wahl.